Krakau ist die kulturelle Perle Polens und seit 1978 UNESCO-Weltkulturerbe. Die ehemalige Königsresidenz mit Wawel, Altstadt und jüdischem Viertel Kazimierz vereint mittelalterliche Architektur mit lebendiger Gegenwart. Lehmann Vlogs zeigt dir alle Highlights für deinen Besuch mit dem Wohnmobil: Stellplatz, Sehenswürdigkeiten, Eintritte und Tagesplanung, direkt aus unserer dreimonatigen Vollzeit-Reise durch Polen.
Anfahrt nach Krakau mit dem Wohnmobil

Krakau (Kraków) ist mit 816.614 Einwohnern (Stand 31.12.2025) die zweitgrößte Stadt Polens und Hauptstadt der Woiwodschaft Kleinpolen. Die Stadt liegt im Süden des Landes an der oberen Weichsel, rund 250 Kilometer südwestlich von Warschau. Wer aus Deutschland anreist, fährt von Berlin etwa 700 Kilometer über die Autobahn A4 (in Polen Autostrada A4).
Die Strecke ist gut ausgebaut und für Wohnmobile komfortabel zu fahren. Mautstationen akzeptieren Kreditkarte oder Bargeld. Wer aus dem Westen kommt, kann Breslau als Zwischenstopp einplanen: Die Strecke Breslau-Krakau beträgt 280 Kilometer und lässt sich in dreieinhalb Stunden zurücklegen.
Krakau gehört seit 1978 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Altstadt und der Wawelhügel stehen unter Schutz und gelten als eines der besterhaltenen mittelalterlichen Stadtensembles Europas. Die Stadt war bis 1596 Hauptstadt Polens und blieb auch danach das geistige und kulturelle Zentrum des Landes.
Seit 2013 trägt Krakau zusätzlich den Titel UNESCO-Literaturstadt.
Krakau ist Pflichtprogramm jeder Polen-Reise. Wer das Land erstmals besucht, sollte mindestens zwei Tage in der Stadt einplanen. Lehmann Vlogs war für die Recherche zu diesem Guide selbst mehrere Tage mit dem Wohnmobil in Krakau und hat Stellplatz, Sehenswürdigkeiten und Tagesplanung direkt vor Ort getestet.
Wer Krakau in eine Rundreise einbinden möchte, findet in unserer 3-Wochen-Reiseroute durch Polen den passenden Rahmen.
Stellplatz und Anreise in die Altstadt

Mit dem Wohnmobil direkt in die Altstadt zu fahren ist nicht praktikabel. Die Altstadt ist Fußgängerzone und der Wawelhügel über enge Gassen erreichbar. Stattdessen empfehlen wir einen Park-and-Ride-Ansatz mit Straßenbahn.
Unser Favorit ist der kostenlose Parkplatz direkt bei einem großen Einkaufszentrum am Stadtrand. Wir haben dort drei Nächte verbracht und hatten keinerlei Probleme: nachts ruhig, tagsüber belebt durch den Einkaufsverkehr. Supermarkt, Restaurants, Bäcker und saubere Toiletten liegen direkt im Einkaufszentrum. Die Tram-Linie 8 bringt dich für rund 1 Euro pro Person ins Zentrum.
Wer lieber auf einem bewachten Parkplatz steht, findet am Stadtrand außerdem eine kostenpflichtige Alternative für 20 PLN (4,65 €) pro Nacht mit Dixi-Toilette und Tram-Anschluss für 4 PLN pro Fahrt.
Übernachten auf reinen Tagesparkplätzen ist offiziell nicht überall erlaubt, für den Tagesausflug aber ideal.
Wer mehr als einen Tag in Krakau bleibt, ist auf einem offiziellen Campingplatz besser aufgehoben. In der Stadt und im Umland gibt es mehrere Campingplätze mit Tram- oder Bus-Anschluss zum Zentrum. Konkrete Empfehlungen mit GPS, Preisen und unseren Bewertungen findest du im Lehmann Vlogs Polen-Reiseführer mit interaktiver Karte.
Tram-Tickets bekommst du am Automaten direkt an der Haltestelle. Eine 20-Minuten-Fahrkarte kostet rund 4 PLN (0,93 €), eine Tageskarte 17 PLN (3,95 €). Die Tageskarte rechnet sich, wenn du mehrere Stationen anfährst.
Tickets musst du beim Einsteigen am Entwerter abstempeln. Ohne entwertetes Ticket drohen Bußgelder von 280 PLN (65 €).
Praxis-Tipp: Steig an der Haltestelle Stradom oder Bagatela aus, dann bist du in zwei Gehminuten am Wawelhügel oder am Hauptmarkt. Die Tram-Linien 1, 6, 8, 13, 18 und 50 fahren ins Zentrum. Wer aus dem Norden anreist, findet vergleichbare Park-and-Ride-Lösungen in Posen und Thorn.
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Schloss Wawel: Polens Königsresidenz

Das Schloss Wawel ist Krakaus historischer Mittelpunkt und thront auf dem 228 Meter hohen Wawelhügel über der Weichsel. Hier residierten von 1038 bis 1596 die polnischen Könige. Die Anlage besteht aus dem Königsschloss, der Wawel-Kathedrale, mehreren Türmen und Gärten.
Der gesamte Komplex steht seit 1978 als Teil des UNESCO-Welterbes unter Schutz.
Architektonisch zeigt der Wawel verschiedene Epochen aus 600 Jahren Bautätigkeit. Romanik, Gotik, Renaissance und Barock greifen ineinander. Die Renaissance-Phase nach dem Brand von 1499 unter König Sigismund I. prägte den Innenhof mit den charakteristischen Arkaden.
Die Vielfalt der Baustile ist Teil des Reizes: Sie macht den Wawel architektonisch zu einem der spannendsten Schlösser Europas.
Die Wawel-Kathedrale ist die Krönungs- und Begräbniskirche der polnischen Könige. Hier liegen Kasimir der Große, Władysław II. Jagiełło, Stefan Báthory und viele weitere Herrscher begraben.
Die Sigismund-Kapelle gilt als bedeutendstes Renaissance-Bauwerk nördlich der Alpen. Der Aufstieg zum Sigismund-Turm zeigt die berühmte Zygmunt-Glocke (gegossen 1520), eine der größten Glocken Polens.
Praxis-Information: Der Eintritt in die Schlossanlage ist auf den Außenbereichen frei. Für die einzelnen Ausstellungen (Königsgemächer, Schatzkammer, Rüstkammer, Verlorene Wawel) werden separate Tickets verkauft. Eine Tageskarte für alle Ausstellungen kostet 90 PLN (21 €), Einzeltickets zwischen 25 und 40 PLN (6-9 €).
Die Kathedrale lässt sich kostenlos betreten, wer beten möchte. Wer das Touristenticket (28 PLN / 6,50 €) löst, sieht zusätzlich die Königsgräber, die Sigismund-Glocke und das Diözesanmuseum. Wir empfehlen das Touristenticket: Die Kathedrale ist eine der wichtigsten Kirchen Polens und für Geschichts- und Architekturinteressierte ein Highlight.
Plane für den Wawel mindestens drei Stunden ein. Wer alle Ausstellungen ansieht, kommt auf einen halben Tag. Tickets gibt es im Ticket-Office am Eingang oder online auf der offiziellen Webseite wawel.krakow.pl.
Drachenlegende und Smok-Statue
Am Fuß des Wawelhügels, direkt an der Weichsel, steht die berühmte Drachenstatue von Krakau (Smok Wawelski). Die bronzene Skulptur erinnert an die Stadtgründungslegende: Der mythische Stammesfürst Krak soll die Stadt auf dem Wawelhügel errichtet haben, nachdem er den dort hausenden Drachen getötet hatte. Die Sage gehört zum kulturellen Selbstverständnis Krakaus.
Die Drachenstatue speit alle paar Minuten echtes Feuer. Bei windigem Wetter kann es vorkommen, dass der Funkenflug schnell verweht, bei ruhiger Luft ist die Show eindrucksvoll. Familien mit Kindern bleiben gerne mehrere Minuten stehen, um den nächsten Feueratem abzuwarten.
Der Zugang zur Statue ist kostenlos.
Direkt an der Statue beginnt der Eingang zur Drachenhöhle (Smocza Jama). Die Höhle führt durch den Wawelhügel und ist saisonal von April bis Oktober zugänglich. Der Eintritt kostet 9-12 PLN (2-3 €).
Die Höhle ist niedrig und nicht für Menschen mit Klaustrophobie geeignet. Für Kinder ein Highlight, für Erwachsene eher Kuriosität.
Praxis-Tipp: Wer den Wawelhügel umrundet, kommt automatisch an Drache und Höhle vorbei. Plane den Drachenbesuch nach der Schlossbesichtigung ein, dann läufst du auf dem Rückweg zur Stadt direkt vorbei.
Hauptmarkt Rynek Główny und Sukiennice

Der Krakauer Hauptmarkt (Rynek Główny) ist mit 200 mal 200 Metern und einer Fläche von 40.000 Quadratmetern der größte mittelalterliche Marktplatz Europas. Er wurde 1257 nach Magdeburger Stadtrecht angelegt, als Krakau unter Herzog Boleslaus dem Schämhaften neu gegründet wurde. Der Platz steht im Zentrum des UNESCO-Welterbes.
Im Zentrum des Marktplatzes thronen die Tuchhallen (Sukiennice). Das langgestreckte Renaissance-Gebäude diente jahrhundertelang als Handelszentrum für Stoffe und Waren. Heute beherbergt der untere Bereich Souvenirstände mit Bernsteinschmuck, Holzschnitzereien und polnischen Spezialitäten.
Im Obergeschoss befindet sich eine Filiale des Polnischen Nationalmuseums mit polnischer Kunst des 19. Jahrhunderts.
Eintritt Sukiennice-Galerie: 32 PLN (7,50 €). Eintritt Stadtmuseum unter dem Marktplatz (Rynek-Untergrund, archäologische Ausstellung zur Stadtgeschichte mit Originalfunden): 40 PLN (9,30 €) pro Person. Ehrliche Einschätzung: Das unterirdische Museum zeigt Holzhäuser-Grundrisse, Kopfsteinpflaster und Skelettfunde aus den Krakauer Ausgrabungen.
Wer schon viele archäologische Museen gesehen hat, findet hier weniger Highlight als spezialisiertes Interesse. Die multimediale Aufbereitung ist solide, das Thema aber nischig. Plane eine Stunde ein.
Rund um den Marktplatz reihen sich Cafés, Restaurants und Bürgerhäuser aus dem 14. bis 19. Jahrhundert. Die Pferdekutschen, die hier auf Touristen warten, gehören zum Krakau-Klischee.
Für Pierogi nur wenige Schritte vom Marktplatz: Die Pierogarnia Krakowiacy und die Przystanek Pierogarnia (Szewska, Stare Miasto) bieten hausgemachte Teigtaschen in herzhaften und süßen Varianten, auch mit veganen Füllungen.
Eine Stadtrundfahrt mit Pferdekutsche kostet rund 280 PLN (65 €) für 30 Minuten: touristisch, aber für Familien mit Kindern ein Erlebnis.
Im Zentrum des Marktplatzes steht das Adam-Mickiewicz-Denkmal des polnischen Nationaldichters. Davor versammeln sich abends junge Krakauer und Touristen, der Marktplatz ist auch nach Einbruch der Dunkelheit lebendig. Von der Mitte des Platzes hörst du im Norden den Hejnał-Trompetensignal aus dem Marienkirchen-Turm.
Im Sommer beleben Straßenkünstler den Marktplatz. Breakdancer mit eigener Tanzfläche und mobiler Musikanlage zeichnen typische Kreise von Schaulustigen. In der Hauptsaison von Juni bis September sind solche Performances täglich zu erleben und gehören zum Marktplatz-Flair.
Bei Nacht erstrahlt der Platz in warmem Licht: Pferdekutschen warten an den Cafés, Restaurants füllen sich, und die Atmosphäre wirkt mediterran. Wir empfehlen einen Besuch zu zwei verschiedenen Tageszeiten: einmal vormittags zur ruhigen Architekturbetrachtung, einmal abends für die Stimmung.

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Marienkirche und das Trompetensignal Hejnał

Die Marienkirche (Bazylika Mariacka) am Hauptmarkt ist eine der bedeutendsten gotischen Kirchen Polens. Die zwei ungleich hohen Türme bilden ein markantes Ensemble. Der höhere Turm misst 81 Meter und diente jahrhundertelang als Wachturm.
Die Bauzeit erstreckte sich vom 13. bis ins 15. Jahrhundert.
Architektonisches Highlight im Innenraum ist der Hochaltar des Veit Stoß. Der Nürnberger Bildhauer vollendete 1489 das geschnitzte Wandelaltar-Wunder, das mit elf Metern Höhe und sieben Metern Breite zu den größten gotischen Schnitzaltären Europas zählt. Die zentrale Szene zeigt das Marienleben in eindrucksvollem Detail.
Eintritt Marienkirche für Touristen: 15 PLN (3,50 €) am Haupteingang. Wer kostenlos beten möchte, nutzt den Eingang an der Mariacki-Seite. Der Eintritt für die Aussichtsplattform auf dem hohen Turm kostet zusätzlich 18 PLN (4,20 €).
Plane für die Kirche eine Stunde ein.
Hejnał Mariacki: das Trompetensignal: Jede volle Stunde erklingt vom hohen Turm der Marienkirche das berühmte Hejnał-Trompetensignal. Die Melodie bricht mitten im Ton ab: eine Erinnerung an einen Trompeter, der laut Legende beim Mongolenangriff 1241 von einem Pfeil getroffen wurde. Das Signal wird seit dem Mittelalter ununterbrochen gespielt und gilt als musikalisches Wahrzeichen Krakaus.
Wer das Signal live erleben möchte, sollte sich kurz vor der vollen Stunde in der Nähe der Marienkirche aufhalten. Das polnische Radio überträgt das Mittagssignal um 12 Uhr seit 1927 landesweit.
Eine zweite Krakauer Legende erklärt die ungleichen Türme: Der Sage nach bauten zwei Brüder die Türme parallel und konkurrierten um die größere Höhe. Aus Eifersucht erschlug der Bruder mit dem niedrigeren Turm seinen erfolgreicheren Bruder. Im Bewusstsein seiner Tat stürzte er sich selbst aus seinem Turm in die Tiefe.
Das Messer, das angeblich für die Tat verwendet wurde, hängt bis heute in den Tuchhallen am Hauptmarkt zur Mahnung. Diese Sage gehört zum mündlichen Krakauer Erbe und wird in Free Walking Tours gerne erzählt.
Papst Johannes Paul II. und die Franziskanerkirche

Karol Wojtyła, der spätere Papst Johannes Paul II., hat die geistige Identität Krakaus geprägt wie kaum eine zweite Persönlichkeit. Geboren 1920 in Wadowice (etwa 50 Kilometer südwestlich von Krakau), wurde er 1958 Weihbischof, 1964 Erzbischof von Krakau und 1978 zum Papst gewählt, als erster nicht-italienischer Papst seit 455 Jahren. Seine Heiligsprechung erfolgte 2014.
Spuren von Johannes Paul II. findest du in fast jeder Krakauer Kirche.
Die wichtigste Anlaufstelle ist die Franziskanerkirche (Bazylika św. Franciszka) an der Plac Wszystkich Świętych, drei Gehminuten vom Hauptmarkt entfernt. Hier hat Karol Wojtyła als Erzbischof regelmäßig gepredigt.
Vom Erzbischöflichen Palais auf der gegenüberliegenden Straßenseite sprach er regelmäßig zu jungen Pilgern aus dem berühmten Papstfenster. Heute befindet sich am Fenster ein Gemälde, das an seine Auftritte erinnert. Das Erzbischöfliche Palais ist die Adresse Franciszkańska 3.
Architektonisch zeigt die Franziskanerkirche eine Mischung aus Gotik und Jugendstil. Die Stanisław-Wyspiański-Glasfenster (entstanden um 1900) gelten als bedeutendste Jugendstil-Kirchenfenster Europas. Eintritt frei.
Die Kirche ist täglich von 7 bis 19 Uhr geöffnet, Gottesdienste mehrmals täglich.
Wer dem Papst-Pfad weiter folgen möchte, kann das Erzbischöfliche Palais besichtigen oder das Johannes-Paul-II.-Heiligtum (Sanktuarium św. Jana Pawła II) im Süden Krakaus besuchen. Letzteres wurde 2008-2013 errichtet und liegt direkt neben dem Sanktuarium der Göttlichen Barmherzigkeit in Łagiewniki.
Die Tram-Linie 11 fährt direkt hin, Fahrzeit 25 Minuten ab Hauptmarkt.
Der Sankt-Jakobsweg passiert ebenfalls Krakau. Wer auf den polnischen Etappen unterwegs ist, findet eingelassene Bronze-Jakobsmuscheln in den Bürgersteigen. Die Camino-Route führt über Krakau weiter Richtung Süden nach Wadowice und schließt sich an den österreichischen Jakobsweg an.
Kazimierz und die Geschichte der Schindler-Fabrik

Kazimierz war bis 1791 eine eigenständige Stadt und wurde 1335 von König Kasimir III. dem Großen gegründet. Er liegt südlich der Krakauer Altstadt und entwickelte sich ab dem 14. Jahrhundert zum Zentrum jüdischen Lebens in Polen.
Bis zum Zweiten Weltkrieg lebten hier rund 65.000 Juden, etwa ein Viertel der Krakauer Bevölkerung.
Die historische Substanz ist erstaunlich gut erhalten. Sieben Synagogen stehen in Kazimierz, darunter die Alte Synagoge (1407 erbaut, älteste erhaltene Synagoge Polens) und die Remuh-Synagoge mit dem angrenzenden Friedhof aus dem 16. Jahrhundert.
Der Plac Nowy ist heute lebendiger Zentrum mit Foodständen, Cafés und Designerläden. Hier gibt es Zapiekanki (die typischen Krakauer Käsebrote) direkt aus dem alten Markthallen-Rondell für rund 5 Euro. Wer im Rondell keinen Platz findet, weicht auf die MIŁA Bar Mleczny 7 in Kazimierz aus: eine klassische Milchbar mit günstigem, deftigem Essen.
Filmgeschichtliche Bedeutung: In Kazimierz und in der angrenzenden Podgórze drehte Steven Spielberg 1993 große Teile von "Schindlers Liste". Das ehemalige jüdische Ghetto Krakau lag in Podgórze, getrennt vom Stadtteil Kazimierz durch die Weichsel. Die Originalschauplätze sind heute Ziel filminteressierter Besucher.
Schindlers Fabrik (Fabryka Schindlera) liegt in Podgórze an der Lipowa 4. Die ehemalige Emaillewarenfabrik des deutschen Industriellen Oskar Schindler beherbergt heute ein Museum, das die deutsche Besatzung Krakaus dokumentiert. Der Eintritt kostet 28 PLN (6,50 €), Audio-Guide auf Deutsch verfügbar.
Ehrliche Einschätzung: Das Museum ist multimedial aufbereitet und für Geschichtsinteressierte sehenswert. Wer den Film erwartet, wird teilweise enttäuscht: Das Museum fokussiert weniger auf Schindler persönlich als auf die Krakauer Besatzungsgeschichte. Texttafeln sind vorrangig auf Polnisch und Englisch, die deutschen Beschriftungen sind kürzer.
Plane zwei Stunden ein, ohne Audio-Guide reichen 90 Minuten.
Wer den jüdischen Aspekt vertiefen möchte, sollte zusätzlich das Galicia Jewish Museum besuchen. Das kleine Museum in Kazimierz dokumentiert die jüdische Kultur Galiziens vor und nach dem Holocaust. Eintritt 18 PLN (4,20 €).
Beide Museen lassen sich an einem Vormittag kombinieren.
Praktische Tipps und Free Walking Tours

Krakau bietet eines der dichtesten Touristen-Service-Netze Europas. Free Walking Tours starten täglich vom Hauptmarkt aus, meist mehrmals am Tag in englischer und deutscher Sprache. Die Touren dauern zwei bis drei Stunden und sind kostenlos, Trinkgeld am Ende ist üblich (20-50 PLN pro Person erwartet).
Empfohlene Free Walking Tours:
| Tour | Dauer | Themen |
|---|---|---|
| Krakau Altstadt | 2,5 Std | Hauptmarkt, Wawel, Marienkirche |
| Kazimierz und jüdisches Erbe | 2,5 Std | Synagogen, Friedhöfe, Schindler-Bezug |
| Communism Tour | 2 Std | Nowa Huta, Sozialistische Architektur |
| Krakau Food Tour | 3 Std | Pierogi, Zapiekanki, lokale Restaurants |
Treffpunkt der meisten Touren ist die Marienkirche oder das Adam-Mickiewicz-Denkmal. Anmeldung online über Anbieter wie Free Walking Tour Krakow oder direkt vor Ort 15 Minuten vor Tourbeginn.
Sprachsituation: Englisch funktioniert in Krakau exzellent. Restaurants haben englische Speisekarten, Museumsführungen sind mehrsprachig. Deutsch wird von älteren Krakauern und im Tourismusgewerbe oft gesprochen.
Polnische Floskeln werden geschätzt, sind aber nicht nötig.
Sicherheit ist auf hohem Niveau. Krakau gehört zu den sichersten Städten Polens, laut Numbeo-Daten liegt der Crime Index bei 25,0 und damit deutlich unter europäischem Durchschnitt. Taschendiebe sind in Touristenmengen rund um den Hauptmarkt aktiv, ansonsten ist die Stadt unproblematisch.
Mehr Hintergrund zur Sicherheit findest du in unseren Polen-Reisetipps.
Kosten und Tagesplanung in Krakau
Krakau gehört zu den teureren polnischen Städten, liegt aber immer noch deutlich unter Berliner oder Wiener Niveau. Lehmann Vlogs hat die eigenen Tagesausgaben aus Krakau dokumentiert.
| Posten | Kosten 2026 |
|---|---|
| Parkplatz Einkaufszentrum (kostenlos) + Tram | rund 1 € pro Person |
| Tram-Tageskarte 2 Personen | 34 PLN (7,90 €) |
| Wawel-Tagesticket | 90 PLN (21 €) pro Person |
| Marienkirche | 15 PLN (3,50 €) |
| Schindler-Fabrik | 28 PLN (6,50 €) |
| Mittagessen Pierogi | 25-40 PLN (6-9 €) |
| Zapiekanka am Plac Nowy | rund 5 € |
| Abendessen 2 Personen Restaurant | 100-180 PLN (23-42 €) |
| Kaffee/Bier auf dem Hauptmarkt | 12-18 PLN (2,80-4,20 €) |
| Campingplatz Stadt-Nähe pro Nacht | 100-130 PLN (23-30 €) |
Wer mehrere polnische Städte vergleichen möchte, findet in Łódź und Danzig zwei sehr unterschiedliche Charaktere: Industriearchitektur einerseits, Hansestadt andererseits.
Eine kompakte Tagesplanung für Wohnmobil-Reisende:
- •09:00: Anfahrt zum kostenlosen Parkplatz, Tram in die Altstadt
- •10:00: Wawel besichtigen (Schloss + Kathedrale)
- •13:00: Mittagessen am Hauptmarkt in der Pierogarnia Krakowiacy
- •14:30: Marienkirche und Hejnał-Signal um 14 Uhr
- •15:30: Sukiennice und Stadtmuseum unter dem Markt
- •17:00: Spaziergang durch Kazimierz, jüdisches Viertel
- •19:00: Abendessen im Plac Nowy: Zapiekanki oder MIŁA Bar Mleczny 7
- •21:00: Tram zurück zum Camper
Wer zwei Tage hat, fügt am zweiten Tag Schindlers Fabrik, das Galicia Jewish Museum und einen Spaziergang durch den Planty-Park rund um die Altstadt hinzu. Drei Tage werden für die Communism-Tour nach Nowa Huta, das Salzbergwerk Wieliczka oder einen Tagesausflug zur Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau benötigt. Gesamtbudget für zwei Personen: 80-120 Euro pro Tag inklusive Camping.
Übersicht weiterer polnischer Highlights in unseren Top 10 Polen-Sehenswürdigkeiten.
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Unser Video
Wir haben unseren Krakau-Tag in einer ausführlichen Doku festgehalten. Du siehst die Anfahrt mit Tram in die Altstadt, alle wichtigen Sehenswürdigkeiten von Wawel bis Kazimierz und unsere ehrliche Bewertung der einzelnen Highlights.
Das Video ergänzt diesen Blogartikel um visuelle Eindrücke und konkrete Empfehlungen für deinen Krakau-Besuch. Wer eine Polen-Reise plant, bekommt einen authentischen Eindruck der Stadt.



