Maut in Polen richtet sich mit dem Wohnmobil vor allem nach der Gewichtsklasse deines Campers. Über 3,5 Tonnen brauchst du das e-TOLL-System, darunter zahlst du laut Infrastrukturministerium auf drei Autobahnabschnitten, und seit dem 21. September 2026 sind Gespanne mit einem Zugfahrzeug bis 3,5 Tonnen von e-TOLL befreit. Die Regeln, die e-TOLL-Tarife und die Mautstrecken haben wir bei den polnischen Behörden nachgelesen, den A4-Preis beim Betreiber, und alles um Pfand und Wildcamping ergänzt. Als Lehmann Vlogs sind wir nach einer dreimonatigen Vollzeit-Reise durch Polen mit über 300 persönlich getesteten Stellplätzen und Orten eine der ausführlichsten deutschsprachigen Wohnmobil-Quellen zu Polen.
Maut in Polen mit dem Wohnmobil auf einen Blick

Die wichtigste Frage zur Maut in Polen ist die Gewichtsklasse deines Wohnmobils. Davon hängt ab, ob du dich im elektronischen System e-TOLL registrieren musst oder nur an ein paar Mautstationen zahlst.
| Dein Fahrzeug | Was du zahlst |
|---|---|
| Wohnmobil bis 3,5 t | Mautstellen auf A1, A2 und A4 (Betreiberstrecken) |
| Wohnmobil bis 3,5 t mit Anhänger | Mautstellen wie oben (auf A2 und A4 in höherer Kategorie), seit 21.09.2026 kein e-TOLL |
| Wohnmobil über 3,5 t | e-TOLL auf mautpflichtigen Straßen |
Die Änderungen der letzten Jahre:
- •Seit 21. September 2026: Gespanne mit einem Zugfahrzeug bis 3,5 t sind von e-TOLL befreit
- •Seit 1. April 2026: A4 Katowice nach Kraków kostet 18 Złoty je Mautstelle
- •Seit 1. Februar 2026: neue e-TOLL-Tarife für Fahrzeuge über 3,5 t
- •Seit 1. Oktober 2025: Pfand auf Flaschen und Dosen
- •Seit 1. Januar 2025: auf der A1 Gdańsk nach Toruń zahlen auch Fahrzeuge bis 3,5 t wieder
- •Seit 1. Juli 2023: die staatlichen Abschnitte A2 Konin nach Stryków und A4 Wrocław nach Sośnica sind bis 3,5 t kostenlos
Was gleich geblieben ist:
- •Bis 3,5 t zahlst du an Mautstellen, eine Vignette kommt in der Übersicht des Ministeriums nicht vor
- •Für deutsche Staatsangehörige reicht zur Einreise ein gültiger Personalausweis, mitführen musst du ihn
- •Diesel war Ende September 2026 laut EU-Ölbulletin im Schnitt rund 38 Cent pro Liter günstiger als in Deutschland
Eine Übersicht aller Polen-Highlights findest du in unseren Top 10 Polen-Sehenswürdigkeiten und der 3-Wochen-Reiseroute.
e-TOLL für Wohnmobile über 3,5 Tonnen
Wohnmobile mit einer zulässigen Gesamtmasse über 3,5 Tonnen müssen in Polen das System e-TOLL nutzen. Die Registrierung ist laut Betreiber für Halter, Nutzer und Besitzer dieser Fahrzeuge Pflicht, und zwar vor der ersten mautpflichtigen Fahrt.
e-TOLL-Tarife seit 1. Februar 2026 (über 3,5 t und unter 12 t, in Złoty pro km):
| Euro-Klasse | Autobahn* | Landesstraße |
|---|---|---|
| Euro 5 und besser | 0,41 | 0,34 |
| Euro 4 | 0,58 | 0,47 |
| Euro 3 | 0,70 | 0,58 |
| Euro 2 und älter | 0,80 | 0,66 |
* Autobahnen und Schnellstraßen. Mit Euro 5 und besser zahlst du also 0,41 Złoty pro Kilometer auf Autobahnen und Schnellstraßen und 0,34 Złoty auf Landesstraßen. Ab 12 Tonnen gelten höhere Sätze. Ein Wohnmobil mit Euro 6 zahlt also für 1.000 km auf mautpflichtigen Autobahnen und Schnellstraßen rund 410 Złoty. Welche Abschnitte deiner Route mautpflichtig sind, rechnest du am besten mit dem Routenrechner auf etoll.gov.pl aus.
So meldest du dich an:
- •Online im Internetkundenkonto oder in einer Kundenstelle (MOK)
- •Ortung per App e-TOLL PL oder mit einem Bordgerät (OBU oder ZSL)
- •Bei Prepaid für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen mindestens 120 Złoty Startguthaben
Kontrollen und Strafen:
Kontrolliert wird mit fest installierten Kontrollgeräten, die Fahrten erfassen, und bei Straßenkontrollen. Die Verwaltungsstrafe liegt laut e-TOLL je nach Verstoß zwischen 500 und 1.500 Złoty. Seit dem 21. September 2026 legt das Gesetz für eine nicht gezahlte Maut 1.500 Złoty fest, für eine zu niedrig gezahlte 750 Złoty. Die e-TOLL-Seite und das Gesetz nennen also unterschiedliche Beträge, beide sind offizielle Angaben. Dazu kann eine Geldbuße von 1.500 Złoty kommen. Bei Fahrzeugen aus Ländern ohne Vollstreckungsabkommen wird bei der Kontrolle eine Kaution in Höhe der erwarteten Strafe erhoben.
Mehr zur Vorbereitung deiner Tour findest du in unserem Polen-Camping-Guide.
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Maut für Wohnmobile bis 3,5 Tonnen: drei Betreiberstrecken
Mit einem Wohnmobil bis 3,5 Tonnen brauchst du kein e-TOLL. Laut der Übersicht des polnischen Infrastrukturministeriums zahlst du auf drei Autobahnabschnitten, die private Betreiber verwalten.
| Strecke | Was gilt bis 3,5 t |
|---|---|
| A1 Gdańsk nach Toruń | mautpflichtig, seit 1.1.2025 wieder |
| A2 Świecko nach Konin | mautpflichtig |
| A4 Katowice nach Kraków | 18 Złoty je Mautstelle, zwei Stellen |
| A2 Konin nach Stryków | kostenlos seit 1.7.2023 |
| A4 Wrocław nach Sośnica | kostenlos seit 1.7.2023 |
Gut zu wissen auf der A4 Katowice nach Kraków:
- •Für die ganze Strecke zahlst du 36 Złoty, je 18 an den Mautstellen Mysłowice und Balice
- •Mit Anhänger oder mit Zwillingsreifen an einer Achse fällst du in Kategorie 2, das sind 32 Złoty je Mautstelle
- •Bezahlen kannst du bar (Złoty, auch Euro-Scheine), mit Bankkarte oder per App mit Kennzeichenerkennung
- •e-TOLL gilt auf diesem Abschnitt laut Betreiber nicht
Brauche ich eine Vignette?
Eine Vignette wie in Österreich oder Tschechien kommt in der Übersicht des Ministeriums nicht vor. Für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen nennt sie die drei Betreiberstrecken mit Mautstellen, weitere Mautstrecken für leichte Fahrzeuge führt sie nicht auf.
Die aktuellen Preise für A1 und A2 stehen bei den Betreibern (a1.com.pl und autostrada-a2.pl). Auf der A1 ziehst du an der Einfahrt ein Ticket und zahlst an der Ausfahrt mit Karte oder bar, oder du nutzt das System AmberGO, mit dem du ohne Halt durchfährst.
Gespanne seit 21. September 2026: nur noch das Zugfahrzeug zählt
Für Wohnmobile und Autos mit Anhänger gilt seit dem 21. September 2026 eine neue Regel. Grundlage ist eine Änderung des polnischen Gesetzes über öffentliche Straßen (Dz.U. 2026 poz. 982).
Bis zum 20. September 2026:
Bei einem Gespann zählte die zulässige Gesamtmasse von Fahrzeug und Anhänger zusammen. Ein Wohnmobil mit 3,2 Tonnen und ein Anhänger mit 0,5 Tonnen ergaben 3,7 Tonnen, damit galt die e-TOLL-Pflicht, obwohl das Wohnmobil selbst unter 3,5 Tonnen lag.
Seit dem 21. September 2026:
Für die e-TOLL-Pflicht zählt nur noch die zulässige Gesamtmasse des Zugfahrzeugs. Ein Wohnmobil bis 3,5 Tonnen mit Anhänger muss nicht mehr über e-TOLL abrechnen. Ein Wohnmobil über 3,5 Tonnen bleibt dagegen e-TOLL-pflichtig, mit oder ohne Anhänger.
Drei Punkte für Gespanne:
- •Auf den Betreiberstrecken A2 und A4 zahlst du mit Anhänger weiterhin den höheren Tarif der Kategorie 2
- •Hast du für dein Gespann noch Guthaben auf einem e-TOLL-Konto, kannst du es laut e-TOLL innerhalb von sechs Monaten ab dem 21. September 2026 zurückfordern
- •Konten, die nur für solche Gespanne genutzt wurden, werden nach den Regeln des Gesetzes geschlossen
Die Mitteilung dazu findest du auf etoll.gov.pl.
Pfandsystem: Flaschen und Dosen zurückgeben
Polen hat am 1. Oktober 2025 ein Pfandsystem für Getränkeverpackungen eingeführt. Für Camper heißt das: Leergut sammeln wie zu Hause.
Pfand laut Klimaministerium:
| Verpackung | Pfand |
|---|---|
| PET-Einwegflasche bis 3 Liter | 0,50 Złoty |
| Metalldose bis 1 Liter | 0,50 Złoty |
| Mehrweg-Glasflasche bis 1,5 Liter | 1,00 Złoty |
So gibst du zurück:
- •Geschäfte mit mehr als 200 m² Verkaufsfläche müssen das Leergut annehmen, kleinere dürfen freiwillig mitmachen
- •Je nach Laden per Automat oder von Hand an der Kasse
- •Die Verpackung muss leer und unbeschädigt sein
Auch bei Discountern wie Biedronka oder Lidl richtet sich die Rücknahmepflicht nach dieser Verkaufsfläche. Nimm am besten eine eigene Tüte für das Leergut mit.

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Wildcamping-Regeln und Bußgelder
Wildcamping mit dem Wohnmobil ist in Polen ein häufiges Missverständnis. Für das Schlafen im Fahrzeug auf offiziellen Parkplätzen außerhalb von Wald, Nationalparks und Naturreservaten gibt es kein ausdrückliches gesetzliches Verbot, aber auch keine explizite Erlaubnis, es ist rechtlich eine Grauzone. Im Wald ist es klarer: Das polnische Waldgesetz (Ustawa o lasach, Art. 30) verbietet das Biwakieren außerhalb der Stellen, die der Waldeigentümer oder das Forstamt ausgewiesen hat.
Parken oder Campen?
Wir haben in drei Monaten Polen hauptsächlich frei gestanden. Kritisch wird es, sobald Stühle, Tisch, Grill oder Vorzelt rauskommen, dann wirkt das Parken wie ein Lager. In Nationalparks und Naturreservaten ist Biwakieren laut Naturschutzgesetz verboten, genau wie im Wald außerhalb ausgewiesener Stellen.
Zelten im Wald: „Zanocuj w lesie“
Für Zelte gibt es ein offizielles Programm der Staatsforsten. Laut lasy.gov.pl stehen dafür über 600.000 Hektar in 425 Forstämtern zur Verfügung. Ohne Anmeldung dürfen höchstens neun Personen höchstens zwei Nächte hintereinander bleiben, für mehr brauchst du eine Bestätigung des Forstamts per E-Mail. Die Karte findest du auf zanocujwlesie.lasy.gov.pl. Für Wohnmobile gilt das Programm nicht.
Bußgelder:
In deutschsprachigen Quellen kursiert ein Bußgeld von bis zu 125 Euro für Wohnmobile mit Stühlen, Tisch oder Grill draußen. Das ist umgerechnet die allgemeine Obergrenze eines Strafmandats von 500 Złoty, einen eigenen Tarif fürs Wildcampen haben wir im polnischen Bußgeldkatalog nicht gefunden.
Unsere Freisteh-Regeln aus drei Monaten Polen:
- •Bleib im Fahrzeug, kein Aufbau draußen
- •Picknickdecke woanders ausbreiten, nicht direkt vor dem Wohnmobil
- •Müll mitnehmen
- •Respekt gegenüber Anwohnern zeigen und keine Aussicht zuparken
Mark hat es im Video deutlich gesagt: Wer auf einem schönen Platz Stühle, Tische und Grill aufbaut, riskiert, dass dort bald ein Verbotsschild steht. Mehr dazu in unseren Polen-Ostsee-Anfängerfehlern.
Kostenlos stehen in Polen
In unserer Reisekarte haben wir viele kostenlose Wohnmobilstellplätze markiert. Dazu 74 Seiten Polen-Wissen aus unserer 3-monatigen Vollzeit-Reise, mit Maut, Routen und eigenen Fotos.
Campingpreise: was wir in Polen gezahlt haben
Polen ist als Wohnmobil-Reiseland im Vergleich zu Westeuropa und Skandinavien günstig, wird aber teurer. Laut einer Preisauswertung von Camping.info stieg der Durchschnittspreis für einen Campingplatz in Polen 2025 um 11,59 Prozent auf 20,13 Euro, gerechnet für zwei Personen mit Stellplatz und Strom.
Was wir selbst gezahlt haben (zwei Personen, ohne Strom):
- •Im Landesinneren meist 15 bis 20 Euro pro Nacht
- •An der Ostsee rund 30 bis 35 Euro, dort war es am teuersten
- •Mit Kindern oder Hund rechnest du mit 5 bis 10 Euro mehr
Wann es voll wird:
Bei Google Trends haben wir gesehen, dass die Suchen nach Polen-Camping ab April steigen, im Juli und August ihren Höhepunkt erreichen und danach deutlich abfallen. Das deckt sich mit den Sommerferien in Deutschland und Polen. Wir empfehlen deshalb die Vor- und Nachsaison.
Was eine dreimonatige Reise insgesamt gekostet hat, steht in unserem Polen-Camping-Guide.
Neue Ziele und Termine in Polen
Polen hat in den letzten Monaten ein paar neue Ziele bekommen, die sich auf eine Wohnmobil-Tour einplanen lassen.
1. Sky Walk Herz von Poronin (Tatra):
Der Aussichtspfad in der Gemeinde Poronin hat am 31. Mai 2025 eröffnet. Ein 854 Meter langer Holzweg führt ohne Stufen durch die Baumwipfel nach oben, mit höchstens sechs Grad Steigung, also auch mit Kinderwagen oder Rollstuhl machbar.
| Sky Walk | laut Betreiber |
|---|---|
| Eröffnung | 31. Mai 2025 |
| Länge des Holzwegs | 854 Meter |
| Höchster Punkt | Netz 47 Meter über dem Boden |
| Extras | Netze und Rutschen |
2. Route 44 Camping bei Energylandia:
Direkt beim polnischen Vergnügungspark Energylandia gibt es inzwischen einen eigenen Campingplatz, Route 44. Preise und Saison stehen auf der Seite des Parks.
3. Caravans Salon Poland in Posen:
Die polnische Wohnmobil- und Wohnwagenmesse findet 2026 vom 15. bis 18. Oktober auf dem Messegelände in Posen statt. Von Berlin sind es laut Routenplaner rund 270 km, also gut drei Stunden. Mehr zu Posen findest du in unserem Posen-Beitrag.
4. Was wir an der Ostsee und in den Masuren beobachtet haben:
Dort entstehen immer mehr moderne Campingplätze mit schönen Sanitäranlagen und Stellplätze direkt am Wasser. Wer jetzt in der Vor- oder Nachsaison fährt, erlebt das noch ohne großen Andrang. Mehr in unserer 3-Wochen-Polen-Rundreise.
Polen-Camper-Bilanz 2026
Polen bleibt für uns 2026 ein sehr attraktives Wohnmobil-Reiseland: moderate Preise, herzliche Menschen, gutes Essen und viel Natur.
Das spricht für Polen:
- •Günstige Preise: Camping meist 15 bis 20 Euro, Diesel deutlich günstiger als in Deutschland
- •Wenig Massentourismus, gerade außerhalb der Sommerferien
- •Vielfältige Regionen: Ostsee, Masuren, Tatra und Großstädte
- •Einfache Maut bis 3,5 Tonnen, nur an den Mautstellen von drei Strecken
Worauf du achten musst:
- •e-TOLL-Pflicht über 3,5 Tonnen, vorher registrieren
- •Mautstationen auf A1, A2 und A4, auf A2 und A4 mit Anhänger teurer
- •Freistehen: im Fahrzeug bleiben, nichts aufbauen
- •Hauptsaison im Juli und August
Unsere Empfehlung für 2026:
Plane deine Polen-Tour, wenn möglich, im September. Mit einem Wohnmobil bis 3,5 Tonnen entfällt e-TOLL, und seit September gilt das auch mit Anhänger. Halte dich an die Freisteh-Regeln und nutze die neuen Campingplätze an Ostsee und Masuren.
Mehr Tipps findest du in unserem Lehmann Vlogs Polen-Reiseführer. Die Karte dazu enthält über 300 Stellplätze und Orte aus drei Monaten Reise, mit eigenen Fotos und Bewertungen. Neue Regeln für Camper in Polen fassen wir auf unserem YouTube-Kanal zusammen.
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POLEN: NEUE GESETZE für CAMPER 2026 | Millionen Wohnmobil & Wohnwagen Fahrer betroffen | Urlaub Maut
Im Video fassen wir die Neuerungen für Camper in Polen zusammen: Maut über 3,5 Tonnen, das Pfandsystem, die Wildcamping-Grauzone, neue Ziele wie den Sky Walk in der Tatra und die Entwicklung der Campingpreise.
Das Video ist vom Herbst 2025. Die Maut-Regeln, Tarife und Strecken haben wir für diesen Artikel im Oktober 2026 neu bei den polnischen Behörden und Betreibern geprüft, inklusive der neuen Gespann-Regel.
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