Andalusien im Winter mit dem Wohnmobil: Wetter, Route, Kosten

Andalusien im Winter mit dem Camper: AEMET-Werte zu Temperatur und Regen, die vier Regionen im Vergleich und der Punkt, an dem die Duldung am Strand endet.

Kastenwagen vor einem weißen Dorf an der andalusischen Küste, Titel Überwintern in Andalusien

Andalusien ist für die meisten Deutschen das Spanien im Kopf: weiße Dörfer, Flamenco, Alhambra. Und es ist die Region, in die im Winter die meisten deutschen Wohnmobile fahren. Wir (Mark & Lara von Lehmann Vlogs) waren vier Monate am Stück mit dem Kastenwagen in Spanien unterwegs, von Dezember bis April, und haben dabei 246 Orte in unserer eigenen Karte markiert. Andalusien war ein großer Teil davon, und es war anders als erwartet: milde Tage, kalte Nächte, eine Heizung, die jede Nacht lief, und Wetterphasen, in denen es tagelang durchregnete. In diesem Guide bekommst du die Zahlen des spanischen Wetterdienstes AEMET für Dezember, Januar und Februar, die vier Regionen Andalusiens im ehrlichen Winter-Vergleich, was im Winter tatsächlich leichter ist als im Sommer, und ab wann an den Strandparkplätzen der Ton kippt. Alle Plätze, auf denen wir selbst standen, liegen mit Bild und Bewertung in der Karte zum Spanien-Reiseführer.

Warum Andalusien im Winter eine andere Region ist als im Sommer

Breiter Sandstrand an der Costa del Sol im Winter mit Palmenreihe, grauer Wolkendecke und einem Kreuzfahrtschiff direkt hinter der Promenade

Im Sommer ist Andalusien für einen Camper schwierig. Im Landesinneren werden regelmäßig über 35 Grad erreicht, und ohne gut zirkulierende Klimaanlage wird der Innenraum zur Sauna. Genau deshalb kippt die Region ab November in ihre eigentliche Saison.

Was sich zwischen November und April ändert, sind drei Dinge auf einmal:

  • Die Sehenswürdigkeiten sind leer. Die Alhambra, die Altstädte, die Aussichtspunkte: überall dort, wo im Sommer Schlangen stehen, läuft man im Winter durch.
  • Die Plätze sind da. Wir sind Ende Dezember ohne eine einzige Vorbuchung losgefahren und haben immer etwas gefunden.
  • Die Temperatur bleibt brauchbar. Nicht sommerlich, aber deutlich über dem, was in Deutschland gerade passiert.

Der Preis dafür steht weiter unten in diesem Artikel, und er ist real: kalte Nächte, unberechenbares Wetter und Phasen, in denen eine Woche lang Sturm und Regen dominieren.


Eine Zahl, die dir in jedem Andalusien-Prospekt begegnet, solltest du dabei gleich einordnen: 300 Sonnentage ist eine Marketingzahl ohne meteorologische Definition. AEMET misst für Málaga Aeropuerto 109,1 heitere Tage und rund 2.905 Sonnenstunden im Jahr. Das ist immer noch viel, aber es ist etwas anderes als 300 wolkenlose Tage.

Wie warm es im andalusischen Winter wirklich wird

Die belastbarste Antwort auf diese Frage liefert nicht ein Reiseblog, sondern der spanische Wetterdienst AEMET mit seinen klimatologischen Normalwerten. Wir haben die Werte für drei Stationen gezogen, die die drei Küsten Andalusiens abdecken. Die Tabelle zeigt die mittlere Tageshöchsttemperatur, die mittlere Tagestiefsttemperatur, die Niederschlagssumme und die Zahl der Regentage.


Dezember, Januar und Februar nach AEMET (Normalwerte 1981 bis 2010)

StationMonatTags im MittelNachts im MittelNiederschlagRegentage
Almería AeropuertoDezember17,9 °C9,6 °C30 mm3,3
Almería AeropuertoJanuar16,9 °C8,3 °C24 mm2,9
Almería AeropuertoFebruar17,6 °C9,0 °C25 mm2,9
Málaga AeropuertoDezember17,5 °C8,9 °C100 mm6,6
Málaga AeropuertoJanuar16,8 °C7,4 °C69 mm5,8
Málaga AeropuertoFebruar17,7 °C8,2 °C60 mm4,8
CádizDezember16,9 °C10,9 °C92 mm8,1
CádizJanuar16,0 °C9,4 °C69 mm6,9
CádizFebruar16,8 °C10,7 °C58 mm6,4

Drei Dinge fallen sofort auf:

Erstens liegen die Tageswerte an allen drei Küsten nah beieinander, zwischen 16 und 18 Grad. Wer glaubt, 300 Kilometer weiter westlich werde es spürbar wärmer, irrt sich.


Zweitens ist der Unterschied nicht die Temperatur, sondern der Regen. Almería kommt im Januar auf 24 Millimeter und knapp drei Regentage, Málaga auf 69 Millimeter, Cádiz im Dezember auf 92 Millimeter und acht Regentage. Das ist der Faktor, der über einen Wintermonat entscheidet, nicht ein halbes Grad.


Drittens hat Cádiz die mildesten Nächte. Am Atlantik liegen die mittleren Tiefstwerte bei rund 10 Grad, in Málaga bei 7,4 und in Almería bei 8,3. Der Atlantik puffert, dafür bringt er das Wetter mit.

MIT GPS-KARTE

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Dieser Artikel erklärt, wie der Winter in Andalusien funktioniert. Die konkreten Plätze stehen im Lehmann Vlogs Spanien-Reiseführer: jeder Ort, den wir in vier Monaten Spanien markiert und bewertet haben, mit eigenen Bildern und interaktiver Google-Maps-Karte, online und offline nutzbar.

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Dieser Artikel erklärt, wie der Winter in Andalusien funktioniert. Die konkreten Plätze stehen im Lehmann Vlogs Spanien-Reiseführer: jeder Ort, den wir in vier Monaten Spanien markiert und bewertet haben, mit eigenen Bildern und interaktiver Google-Maps-Karte, online und offline nutzbar.

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Der kälteste Monat, und was er nachts im Camper bedeutet

Weite Schotterfläche in Südspanien mit mehreren Wohnmobilen unter einer dichten, dunklen Wolkenfront

Nach den AEMET-Werten ist Januar an allen drei Stationen der kälteste Monat, sowohl bei den Tageshöchst- als auch bei den Tagestiefstwerten. Dezember und Februar liegen fast gleichauf darüber.


Wichtiger als die Rangfolge ist aber, was ein Mittelwert bedeutet. Wenn die mittlere Tiefsttemperatur in Málaga im Januar 7,4 Grad beträgt, liegt die Hälfte der Nächte darunter. Bei uns waren die kältesten Nächte dieser Reise bei null Grad.


Praktisch heißt das:

  • Unsere Standheizung lief jede Nacht, auch in Andalusien. Das ist kein Komfortthema, ohne Heizung wacht man irgendwann vor Kälte auf.
  • Tagsüber trägt man morgens und abends eine Jacke. Es ist wärmer als in Deutschland, aber es ist kein T-Shirt-Wetter.
  • Kondenswasser wird zum Thema, sobald die Heizung dauerhaft läuft. Wir haben morgens die Scheiben trockengewischt und nie nasse Wäsche über Nacht drin gelassen.

Mark-Tipp:

Wenn du zwischen Dezember und Februar wählen kannst, nimm den Februar. Die Tage werden länger, die Werte sind minimal besser als im Januar, und die erste große Welle der Überwinterer tritt bereits den Rückweg an.

Die vier Regionen Andalusiens im Winter-Vergleich

Andalusien wird oft als ein Ziel behandelt. Für einen Camper im Winter sind es vier sehr unterschiedliche Regionen, und sie haben gegensätzliche Stärken.


RegionStärke im WinterSchwäche im WinterPasst zu
Costa de Almería und Cabo de Gatatrockenste Küste, viel Platz, wenig Betriebetwas kühler, dünnere InfrastrukturRuhe, Natur, lange Standzeiten
Costa del Sol und Málagabeste Infrastruktur, Stadt und Kultur zu FußFreistehen schwieriger, höhere PreiseStädte, Museen, Versorgung
Inland und weiße Dörferleere Plätze, entspannte Stimmungdie kältesten Nächte, enge ZufahrtenFotografie, Dörfer, Alleinsein
Costa de la Luz und TarifaAtlantikweite, lange Sandsträndeam windigsten, feuchteste WerteWeite, Spaziergänge, Wind

Die ehrliche Zusammenfassung unserer vier Monate: Die schönste Küstenregion Andalusiens war für uns die im Osten, also der Abschnitt um Almería, den die meisten auf dem Weg nach Málaga einfach durchfahren. Und der Weg nach Andalusien, also die Costa Blanca und die Costa Cálida weiter nördlich, hat uns insgesamt besser gefallen als Andalusien selbst. Das heißt nicht, dass du Andalusien auslassen sollst. Es heißt, dass du nicht in zwei Tagen dorthin durchbrettern musst.

Costa de Almería: der Abschnitt, an dem die meisten vorbeifahren

Große Schotterfläche an der Costa de Almería bei Sonnenuntergang, am Rand stehen zahlreiche Wohnmobile

Wenn du von Norden kommst, ist die Küste bei Almería dein direkter Einstieg nach Andalusien. Nach den AEMET-Werten ist sie zugleich die trockenste Küste der Region: Im Januar fallen dort 24 Millimeter Niederschlag gegenüber 69 in Málaga, und statt 5,8 Regentagen sind es 2,9. Das sind fast drei trockene Tage mehr im Monat.


Die drei Gründe, hier länger zu bleiben:

  • Naturpark Cabo de Gata, vulkanischen Ursprungs, mit klaren Buchten und Bergen im Hintergrund. Deutlich weniger bekannt als die Costa del Sol, weil die meisten Richtung Málaga durchfahren.
  • Die Wüste von Tabernas. Die Junta de Andalucía bezeichnet sie als die einzige echte Wüstenzone des gesamten europäischen Kontinents, mit Jahresniederschlägen unter 250 Millimetern. Sie war Drehort zahlreicher Italowestern.
  • Platz. Auf den großen Flächen an dieser Küste standen im Winter viele Camper, und trotzdem war noch Fläche frei.

Achtung bei der Formulierung, die dir überall begegnet: Tabernas ist die einzige Wüste Europas, aber die häufig zitierte Aussage "trockenste Region Europas" steht so nicht auf der offiziellen Seite der Junta. Belegt ist der Wert von unter 250 Millimetern im Jahr.


Ein Hinweis aus unseren eigenen Notizen zu den Strandflächen in dieser Gegend: Der Untergrund ist oft unbefestigt. Bei anhaltendem Regen bilden sich tiefe Matschlöcher, und dann kommst du im ungünstigsten Fall nicht mehr raus. Wir haben deshalb bei angekündigtem Dauerregen auf befestigte Flächen gewechselt.

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Costa del Sol und Málaga: die Region mit der meisten Infrastruktur

Blick über die Dächer und die Kathedrale von Málaga bis zu den Bergen im Hintergrund an einem diesigen Wintertag

Málaga war für uns die angenehmste Stadt Andalusiens, und im Winter ist sie spürbar leerer als die anderen großen Namen der Region. Mit knapp 600.000 Einwohnern ist sie eine echte Großstadt, aber die Sehenswürdigkeiten liegen so dicht beieinander, dass du alles zu Fuß machen kannst.


Was wir dort gemacht haben:

  • Castillo de Gibralfaro für den Blick über Stadt, Hafen und Meer. Der Aussichtspunkt auf halbem Weg hinauf ist kostenlos und liefert fast dieselbe Aussicht.
  • Römisches Theater direkt unterhalb der Alcazaba, Eintritt frei.
  • Museo Picasso und Kathedrale, beide kostenpflichtig, beide im Winter ohne Schlange.

Für Camper wichtig: Wir haben außerhalb geparkt und sind mit der Metro beziehungsweise dem Bus ins Zentrum gefahren, rund eine Viertelstunde Fahrt für etwa anderthalb Euro pro Person und Strecke. Das ist entspannter, als sich mit einem langen Fahrzeug durch eine Großstadt zu arbeiten, und es ist der Grund, warum Málaga mit dem Camper überhaupt so gut funktioniert. Die vollständige Stadt-Tour steht in unserem Guide zu Málaga mit dem Wohnmobil.


Die Kehrseite der Costa del Sol: Freistehen ist hier schwieriger als im Rest Andalusiens. Dort, wo es noch geht, triffst du zuverlässig auf andere Camper, die Stell- und Campingplätze sind teurer, und du solltest vorher fragen. Wir haben die Plätze in Andalusien praktisch immer kurzfristig angefragt und trotzdem etwas bekommen, auch dort, wo die Website vollständig ausgebucht meldete.


Auf einer größeren Fläche im Umland haben wir drei Nächte problemlos geschlafen. Am Wochenende fand dort allerdings ein Markt statt, und dann kam die Polizei und hat den Platz geräumt. Solche Wochenrhythmen sind an der Costa del Sol normal, und sie stehen auf keinem Schild.

Das Inland und die weißen Dörfer: kälter, leerer, entspannter

Gasse in Setenil de las Bodegas, bei der die Häuserzeile direkt unter einem massiven Felsüberhang liegt
In Setenil de las Bodegas läuft man auf ganzer Länge unter dem Felsen entlang.
Panorama eines weißen andalusischen Dorfes mit Burg auf dem Felsen und weiß getünchten Häusern im Tal
Die weißen Fassaden reflektieren das Sonnenlicht und halten die Häuser im Sommer kühl.

Das Inland lassen die meisten Überwinterer komplett aus, weil sie an der Küste bleiben. Verständlich, aber es kostet dich die eigentümlichste Ecke Andalusiens.


Der Deal ist klar: Nachts ist es im Inland kälter als an der Küste. Dafür sind die Plätze leerer, das Freistehen ist entspannter, und die Leute reagieren gelassener auf einen Camper, der irgendwo steht.


Die weißen Dörfer heißen Pueblos Blancos. Ihre Häuser sind weiß gekalkt und reflektieren das Sonnenlicht, dieselbe Bauweise, die man auch aus Griechenland und Nordafrika kennt. Eine amtliche Gesamtliste, wie viele es genau sind, ließ sich nicht finden; die oft zitierte Zahl von rund 30 Orten steht auf keiner offiziellen Seite, die wir prüfen konnten.


Das bekannteste ist Ronda. Wir sind stattdessen nach Setenil de las Bodegas gefahren, einem Ort mit 2.637 Einwohnern nach den Zahlen des andalusischen Statistikamts für 2025. Die Häuser sind dort nicht an den Felsen gebaut, sondern unter ihn und in ihn hinein. Man läuft durch eine Gasse und hat über sich eine massive Felsplatte, darunter Restaurants und Wohnungen. Wir hatten so etwas vorher noch nie gesehen.


Für Camper entscheidend: Fahr nicht in diese Dörfer hinein. Die Straßen sind eng, steil und kurvig. Wir haben außerhalb geparkt, dort wo die Reisebusse stehen, und sind die letzten Minuten zu Fuß gegangen. Für einen entspannten Rundgang solltest du zwei bis drei Stunden einplanen.


Einen Naturraum im Inland solltest du im Winter ebenfalls auf dem Schirm haben: den Paraje Natural Torcal de Antequera mit seinen bizarren Kalkfelsen, amtlich 21.280 Hektar groß. Der Eintritt ist kostenlos, an besucherstarken Tagen wird die Zufahrt für private Fahrzeuge allerdings beschränkt und auf einen Shuttlebus für 2 Euro umgeleitet. Für Wohnmobile wichtig: Das Übernachtungsparken ist dort von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang ausdrücklich verboten, der Betreiber verweist auf den Stellplatz in der Stadt Antequera.

Costa de la Luz und Tarifa: Atlantik statt Mittelmeer

Damm zur Isleta de Tarifa unter einer schweren Wolkenfront, links und rechts aufgewühltes Wasser
Bei Tarifa kommt das Wasser von zwei Seiten, und der Wind gehört zum Programm.
Hölzerner Steg über Dünen zu einem weiten leeren Sandstrand an der Costa de la Luz
An der Costa de la Luz hat man die Strände im Winter fast für sich.

Ganz im Westen, zwischen Cádiz und Tarifa, wechselt Andalusien vom Mittelmeer an den Atlantik. Der Unterschied ist sofort spürbar: weitere Strände, größere Wellen, mehr Wind.


Die AEMET-Werte bestätigen den Eindruck. Cádiz hat mit acht Regentagen im Dezember die feuchtesten Werte unserer drei Stationen, dafür die mildesten Nächte mit rund 10 Grad im Mittel.


Tarifa ist der südlichste Ort auf dem spanischen Festland. Das statistische Amt INE führt als südlichsten Extrempunkt Spaniens die Isleta de Tarifa bei 36 Grad 00 Minuten 03 Sekunden nördlicher Breite, die vorgelagerte Insel, die auch Isla de las Palomas genannt wird. Die gern gehörte Formulierung "südlichster Punkt Europas" geht allerdings weiter, als sich belegen lässt, denn zu Europa zählen auch Inseln, die deutlich weiter südlich liegen. An klaren Tagen siehst du von dort aus nach Afrika hinüber.


Ehrliche Warnung: Tarifa war einer der windigsten Orte unserer gesamten Reise und zugleich einer der vollsten. Uns hat der Ort weniger gegeben, als wir erwartet hatten. Das Wetter war dort nicht besser als weiter nördlich. Such dir also einen geschützten Platz, und plane Tarifa eher als Zwischenstopp denn als Standquartier.


Von der spanischen Seite aus kannst du zu Fuß nach Gibraltar hinüberlaufen, und das ist tatsächlich ein Erlebnis: Der Weg ins Zentrum kreuzt die Landebahn des Flughafens. Bei Flugverkehr schließen Schranken wie an einem Bahnübergang, danach läuft man über die Piste. Nimm Personalausweis oder Reisepass mit. Mit dem Wohnmobil hineinzufahren lohnt nicht, parken und laufen ist die bessere Variante. Der Eintritt ins Upper Rock Nature Reserve mit den Berberaffen kostet 30 Pfund pro Erwachsenem, wir haben ihn ausgelassen und sind stattdessen durch den Ort gelaufen.

Granada und die Alhambra im Winter

Die Alhambra von den Gärten aus gesehen, davor kahle Bäume und im Hintergrund die Stadt Granada
Im Winter stehen die Bäume kahl, und die Anlage ist deutlich leerer als in der Saison.
Blick vom Mirador de San Nicolás auf die Alhambra unter einer geschlossenen grauen Wolkendecke
Der bekannteste Aussichtspunkt auf die Alhambra, an einem typischen Wintertag.

Granada ist die eine Stadt in Andalusien, die du nicht auslassen solltest. Realistisch brauchst du zwei Tage: einen für die Stadt und einen für die Alhambra.


Die Ticketfrage ist im Winter eine andere als im Sommer. In der Hauptsaison musst du Wochen im Voraus buchen, sonst kommst du überhaupt nicht hinein. Wir sind in der Nebensaison einfach hochgelaufen, haben ein Ticket gekauft und standen eine halbe Stunde später drin.


Die offizielle Regel dahinter steht in den FAQ des Patronato: Die Kassen verkaufen Tickets nach Verfügbarkeit für denselben Tag, und zwar bis zwei Stunden vor dem gebuchten Einlass in die Nasridenpaläste. "Nach Verfügbarkeit" heißt: Es ist keine Garantie, aber im Winter hast du eine realistische Chance, die du im Sommer nicht hast.


Die aktuellen Preise laut Patronato:

TicketPreis
Alhambra General, komplette Anlage inklusive Nasridenpaläste22,27 €
Gärten und Generalife, ohne Nasridenpaläste12,73 €

Die Gärten sind auch für sich genommen ein Besuch wert, und dieses Ticket ist erfahrungsgemäß häufiger spontan verfügbar. Der Palacio de Carlos V, der runde Renaissancebau mitten in der Anlage, ist damit ebenfalls zugänglich.


Für die Anfahrt gilt dasselbe wie in Málaga: außerhalb parken, mit Bus oder Metro hinein. Granada hat enge Straßen, und sie werden umso enger, je näher du ans Zentrum kommst. Was du in der Stadt selbst nicht verpassen solltest, steht in unserem Artikel zu Granada mit dem Wohnmobil.

Sturm, Regen und was Nebensaison sonst noch heißt

Aufgewühlte Atlantikwellen an einer Mole unter einer dunklen Sturmwolkenfront
So sieht eine der Wetterphasen aus, die im Winter mehrere Tage anhalten können.
Menschenleere weiß getünchte Gasse in einer andalusischen Altstadt mit geschlossenen Läden
Nebensaison heißt auch: In kleineren Orten hat vieles zu.

Das Wetter in der Nebensaison ist nicht vorhersehbar, und das ist der Punkt, den Hochglanzbilder nie transportieren. Es gibt Phasen, in denen es eine Woche am Stück regnet und richtig windig wird.


Als wir an der Costa Blanca weiter nördlich in der Sonne standen, hatten Andalusien und Portugal gleichzeitig Unwetter und Überschwemmungen. Viele Camper sind damals aus dem Süden nach Norden ausgewichen. Umgekehrt passiert es genauso. Wer im Winter unterwegs ist, sollte deshalb nicht auf eine Region festgelegt sein.


Vier Konsequenzen für die Planung:

  • Plane Pufferzeit ein. Ein paar offene Tage in der Route sind im Winter wertvoller als ein durchgetakteter Plan.
  • Steh nicht exponiert. Klippenkante und freie Flächen sind bei 80 bis 100 km/h Wind keine gute Idee, Markise bleibt eingefahren.
  • Meide unbefestigten Boden bei Dauerregen. Das ist die häufigste Art, wie ein schöner Platz zum Problem wird.
  • Rechne mit geschlossenen Läden. In kleineren Orten hatten bei unserem Besuch in der Nebensaison viele Cafés und Geschäfte zu, und die Gassen wirkten leer. In Großstädten merkst du davon fast nichts.

Spar-Tipp:

Genau diese Leere ist der Grund, warum Museen, Festungen und Paläste im Winter ohne Warteschlange funktionieren. Wenn du Kultur sehen willst, ist die Nebensaison objektiv die bessere Zeit, auch wenn der Strandtag ausfällt.

Freistehen im andalusischen Winter: wo die Duldung endet

Gelbes Schild an einer andalusischen Strandpromenade mit der Aufschrift Prohibido acampar, Camping prohibited, Interdite de camper

Spanien unterscheidet sauber zwischen zwei Dingen, und dieser Unterschied entscheidet über alles Weitere:


  • Pernoctar heißt, im geschlossenen Fahrzeug zu schlafen. Das ist Parken und grundsätzlich dort erlaubt, wo Parken erlaubt ist.
  • Acampar heißt campen, also Stühle, Tisch oder Markise nach draußen. Das ist etwas anderes, und genau das verbieten die Schilder an den Stränden.

Die spanische Verkehrsbehörde DGT hat das in der Instrucción PROT 2026/04 festgehalten, veröffentlicht im März 2026. Sie nennt drei Bedingungen: Das Fahrzeug berührt bei abgestelltem Motor den Boden nur über die Räder, ohne Stützfüße, nichts ragt über den Fahrzeugumriss hinaus, und es treten weder Flüssigkeiten oder Rückstände aus noch entstehen störende Geräusche oder Emissionen. Sicherheitskeile in einer Steigung sind ausdrücklich erlaubt.


Was das im Winter bedeutet: An vielen Strandflächen Andalusiens stehen Verbotsschilder, und trotzdem stehen dort in der Nebensaison Wohnmobile. Die Polizei kam bei uns regelmäßig vorbei, hat geschaut und ist weitergefahren. Das ist keine Erlaubnis, das ist Duldung, und Duldung ist kein Rechtsanspruch.


Und diese Duldung hat ein Ablaufdatum. Die meisten Überwinterer reisen im März ab. Gegen April beginnen die Osterferien, die Touristen kommen zurück, es wird wärmer, und dann werden Plätze geräumt. Wenn du bis in den April oder Mai bleiben willst, solltest du rechtzeitig auf offizielle Stell- und Campingplätze wechseln. Der Grat zwischen Duldung, Verbot und Bußgeld ist schmal, und er wird mit fortschreitender Saison schmaler.


Die ausführliche Rechtslage mit allen Regionalregeln haben wir in Wildcampen in Spanien aufgeschrieben.

Unsere Winterroute durch Andalusien in drei Wochen

So sind wir gefahren, wenn man von Norden kommt. Drei Wochen sind dafür ein realistischer Rahmen, wobei die letzten Tage bewusst offen bleiben sollten.


EtappeZielDauerWarum
1Costa de Almería und Cabo de Gata3 Tagetrockenste Küste, viel Platz, ruhiger Einstieg
2Granada und Umgebung2 bis 3 Tageein Tag Stadt, ein Tag Alhambra, optional Sierra Nevada
3Inland, weiße Dörfer2 TageSetenil, Olvera und die Bergstraßen dazwischen
4Málaga und Costa del Sol3 bis 4 TageStadt, Museen, Versorgung und Wäsche
5Costa de la Luz, Tarifa, Gibraltar3 TageAtlantik, Grenzgang zu Fuß, Sandstrände
6PufferRestWetterphasen abwarten, Lieblingsplatz verlängern

Wenn du die Sierra Nevada mitnehmen willst, geht das von Granada aus als Abstecher. Dort oben ist es deutlich kälter, es kann Schnee liegen, und theoretisch kannst du im selben Winter Skifahren und am Mittelmeer stehen.


Die ausführliche Variante mit Sevilla, Córdoba und Cádiz, inklusive Eintrittspreisen und den fünf Anfängerfehlern, die wir dort gemacht haben, steht in unserer Andalusien-Rundreise mit dem Wohnmobil.


Was dieser Artikel bewusst offen lässt, sind die konkreten Flächen. Jeder Platz, auf dem wir in vier Monaten Spanien selbst gestanden haben, liegt mit eigenem Foto, Bewertung und der Notiz zu Untergrund, Lärm und bester Ankunftszeit in der Karte zum Reiseführer von Lehmann Vlogs.

Für wen sich Andalusien im Winter lohnt

Andalusien im Winter lohnt sich, wenn du Kultur und Städte willst, mit 16 bis 18 Grad tagsüber zufrieden bist, eine funktionierende Heizung hast und nicht auf einen bestimmten Ort festgelegt bist.


Es lohnt sich eher nicht, wenn du sommerliche Temperaturen erwartest, jeden Abend einen gebuchten Platz brauchst oder die Reise so eng planst, dass eine Regenwoche sie kippt.


Und der Satz, den wir nach vier Monaten am ehesten unterschreiben würden: Andalusien gehört auf jede Spanien-Rundreise, aber es ist nicht der einzige Ort, an dem der Winter funktioniert. Die Küsten nördlich davon sind im Schnitt trockener, leerer und für uns sogar schöner gewesen. Wer nur bis Andalusien durchfährt, verpasst die Hälfte der Strecke.


Wir sind Mark und Lara von Lehmann Vlogs und reisen das ganze Jahr im selbst ausgebauten Kastenwagen. Was wir in Spanien gelernt haben, steckt in unserem Reiseführer und in 246 Orten auf einer Karte, die wir während der Reise gefüllt haben.

ROUTEN INKLUSIVE

Den Winter planen, statt bei Regen zu improvisieren

Im Winter entscheidet nicht das Ziel, sondern die Ausweichoption. Im Spanien-Reiseführer liegen fertige Routen mit Etappen, dazu Ver- und Entsorgungspunkte, Waschsalons und die Plätze, auf denen wir selbst übernachtet haben, inklusive der Plätze, die wir nicht empfehlen.

Routenvorschlag für Andalusien aus dem Lehmann Vlogs Spanien-Reiseführer

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Überwintern in Spanien: Unsere komplette Andalusien Wohnmobil-Rundreise

Mark nimmt dich mit auf die komplette Andalusien-Runde im Winter: alle vier Regionen im Vergleich, unsere Nachfahrroute aus drei Wochen und für wen sich das Ganze lohnt.

Häufig gestellte Fragen