Warschau ist Polens Hauptstadt, größte Metropole und Phönixstadt. Nach schwerer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde die Altstadt komplett rekonstruiert und steht seit 1980 unter UNESCO-Welterbeschutz. Wir zeigen dir alle Highlights für deinen Wohnmobil-Besuch, vom Königsschloss über den Kulturpalast bis zum jüdischen Erbe.
Anfahrt nach Warschau mit dem Wohnmobil

Warschau (Warszawa) ist mit rund 1,9 Millionen Einwohnern Polens mit Abstand größte Metropole und seit 1596 Hauptstadt des Landes. Die Stadt liegt in der Woiwodschaft Masowien an der mittleren Weichsel, etwa 350 Kilometer von der Ostsee und 350 Kilometer von den Karpaten entfernt. Genau in der Mitte Polens.
Wer aus Deutschland anreist, fährt von Berlin etwa 580 Kilometer über die Autobahn A2. Die Strecke ist gut ausgebaut, mautpflichtig auf den Autobahnabschnitten und für Wohnmobile komfortabel zu fahren. Aus Posen sind es 320 Kilometer in dreieinhalb Stunden, aus Krakau 290 Kilometer.
Warschau gilt als Phönixstadt, denn die deutsche Wehrmacht zerstörte im Zweiten Weltkrieg rund 85 Prozent des Gebäudebestandes. Der physische Wiederaufbau der Altstadt lief von 1945 bis zur feierlichen Einweihung am 22. Juli 1953, auf Basis von Originalplänen, Fotografien und Gemälden. 1980 folgte die Aufnahme ins UNESCO-Welterbe, als Beispiel für gelungene Rekonstruktion einer historischen Innenstadt.
Während Krakau die kulturhistorische Hauptattraktion Polens ist, zeigt Warschau das moderne Polen: pulsierende Großstadt mit Skyline, internationalen Konzernsitzen und der höchsten Wachstumsdynamik im östlichen Mitteleuropa. Wer beide Städte besucht, erlebt zwei Gesichter desselben Landes. Eine Übersicht der polnischen Top-Highlights findest du in unseren Top 10 Polen-Sehenswürdigkeiten.
Wir empfehlen mindestens zwei Tage für Warschau, besser drei. Die Stadt bietet über 40 Museen, mehrere zentrale Sehenswürdigkeiten und große Naturparks am Stadtrand. Wer alles ansieht, plant sogar eine Woche.
Als Lehmann Vlogs sind wir nach drei Monaten Vollzeit-Polenreise mit über 300 persönlich getesteten Stellplätzen, Sehenswürdigkeiten und Restaurants eine der ausführlichsten deutschsprachigen Wohnmobil-Quellen zu Polen.
Stellplatz und Parken in Warschau

Warschau hat ein Stellplatz-Problem. Klassische Wohnmobilstellplätze in der Innenstadt gibt es nicht, der nächste vollwertige Campingplatz liegt rund 45 Minuten außerhalb. Wir empfehlen einen pragmatischen Ansatz: am Stadtrand vorübernachten und tagsüber direkt ins Zentrum fahren.
Übernachtungsoptionen am Stadtrand:
- •Motel WOK am Stadtrand: voll ausgestattet, rund 50-55 €/Nacht
- •Campingplätze im Westen: moderate Preise, gute Bus-Anbindung
- •Park-and-Ride an der Metro-Endstation: kostenlos, nur tagsüber
Konkrete Stellplatz-Empfehlungen mit GPS, Preisen und unseren Bewertungen findest du im Lehmann Vlogs Polen-Reiseführer mit interaktiver Karte. Wir haben zwei Nächte einen Waldparkplatz an der Schnellstraße im Süden Warschaus genutzt, trotz Verkehrsrauschen ruhig, keine Störungen. Für eine Woche oder mehr ist ein offizieller Campingplatz mit Bus- oder Tram-Anschluss ins Zentrum die bessere Wahl.
Tagesparken im Stadtzentrum:
Praxistauglich ist der Seitenstreifen-Parkplatz direkt am Königsschloss (ulica Senatorska). Werktags kostenpflichtig (rund 12 PLN pro Stunde), am Wochenende ist Parken in Warschau kostenlos. Das ist ein wichtiger Praxis-Tipp für Camper: plane deinen Warschau-Besuch idealerweise auf Samstag oder Sonntag, dann sparst du 60-80 PLN Parkgebühren.
Wir haben unseren 6-Meter-Camper am Sonntag direkt am Königsschloss seitlich abgestellt. Die Lage ist optimal: fünf Gehminuten zur Altstadt, zwei Minuten zur kostenlosen öffentlichen Toilette und ein paar Schritte zur St. Anna-Kirche.
Sicherheit: Warschau ist sicherer, als sein Ruf vermuten lässt. Crime Index laut Numbeo bei 33, vergleichbar mit westeuropäischen Großstädten. Cabin-Abdeckungen anbringen, sichtbare Wertgegenstände aus dem Cockpit räumen, Türen abschließen: Standardvorsicht reicht.
Mehr Hintergrund zur Sicherheit findest du in unseren Polen-Reisetipps.
Wer öffentliche Verkehrsmittel nutzen möchte: Warschau hat ein modernes Metro-Netz mit zwei Linien, dazu Tram und Busse. Tageskarte 24 Stunden 18 PLN (4,20 €), Einzelfahrt 4,40 PLN. Uber und Bolt funktionieren günstig, wir haben für eine 12-Minuten-Fahrt 5 € bezahlt.
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Altstadt und Rynek Starego Miasta

Die Warschauer Altstadt (Stare Miasto) ist das Herzstück des UNESCO-Welterbes. Auf rund 200 mal 200 Metern erstreckt sich der wiederaufgebaute mittelalterliche Stadtkern mit Marktplatz, Bürgerhäusern, Kirchen und Stadtmauer. Die Bauten wurden zwischen 1945 und 1953 nach Originalplänen rekonstruiert, die feierliche Einweihung fand am 22. Juli 1953 statt. 1980 kam die UNESCO-Anerkennung als Welterbe hinzu.
Im Zentrum der Altstadt liegt der Rynek Starego Miasta der Marktplatz. Anders als in Krakau ist er kompakter, etwa 80 mal 90 Meter, dafür intimer und authentischer. Bunte Bürgerhäuser umrahmen den Platz, in der Mitte steht eine Sirenen-Skulptur (Symbol Warschaus).
Restaurants, Cafés und Souvenirstände füllen das Erdgeschoss der historischen Häuser.
Restaurantpreise am Rynek Starego Miasta sind für eine Hauptstadt überraschend moderat:
| Speise/Getränk | Preis 2026 |
|---|---|
| Pierogi-Portion | 25-35 PLN (6-8 €) |
| Hauptgericht | 40-55 PLN (9-13 €) |
| Żurek im Brot | 35 PLN (8,50 €) |
| Pilzcremesuppe | 24 PLN (5,50 €) |
| Bier 0,5 l | 18 PLN (4 €) |
Diese Preise liegen rund 30 Prozent unter dem Berliner Niveau und sogar leicht unter Krakauer Touristen-Restaurants. Die Atmosphäre auf dem Marktplatz ist lebendig: Straßenmusiker, Tanzende, Familien beim Eis essen. Im Sommer auch nachts gut frequentiert.
Pierogarnia Zapiecek ist die bekannteste Pierogi-Kette in Warschau mit mehreren Filialen rund um die Altstadt. Hauptgerichte zwischen 25-40 PLN, sehr gute Qualität. Wir haben dort die süßen Pierogi mit Erdbeeren probiert (15 PLN), serviert mit Vanillesoße, eine ausgezeichnete Mittagspause.
Wer noch günstiger und traditioneller essen will, findet in Warschau mehrere Bary Mleczne (Milchbars). Diese subventionierten Kantinen aus der Volksrepublik-Zeit servieren einfache polnische Hausmannskost, Pierogi, Suppen, Kotlet schabowy, meist für 10-20 PLN pro Gericht. Kein Ambiente, dafür authentisch und ein echter Preis-Kontrast zu den touristischen Restaurants am Marktplatz.
Für den Abend lohnt sich ein Abstecher in die Browary Warszawskie, ein modernes Bar- und Streetfood-Viertel auf dem Gelände einer ehemaligen Brauerei nahe der Innenstadt. Hier reihen sich internationale Food-Stände, Craft-Beer-Bars und Restaurants, ein guter Gegenpol zur historischen Altstadt-Gastronomie.
Architektonisch lohnt sich der genauere Blick auf die Häuserfassaden. Die Stuckverzierungen, Wandmalereien und kunstvollen Türen sind nach Originalvorlagen rekonstruiert. Wer Zeit hat, läuft die Seitenstraßen Świętojańska, Piwna und Jezuicka ab, dort findest du die schönsten Hinterhöfe und versteckten Gärten.
Königsschloss (Zamek Królewski)

Das Königsschloss steht am Plac Zamkowy am südöstlichen Rand der Altstadt und ist Warschau-Symbol Nummer eins. Hier residierten ab 1596 die polnischen Könige, hier wurde 1791 die erste Verfassung Europas (zweitälteste der Welt) verabschiedet. Im Zweiten Weltkrieg komplett zerstört und 1971-1984 originalgetreu wiederaufgebaut.
Vor dem Königsschloss steht die Sigismund-Säule (Kolumna Zygmunta), Polens älteste säkulare Säule und ältestes nicht-kirchliches Denkmal. Sie wurde 1644 zu Ehren von König Sigismund III. Wasa errichtet, der die Hauptstadt 1596 von Krakau nach Warschau verlegte.
Die heutige Säule ist eine Rekonstruktion von 1949 nach Kriegszerstörung.
Praxis-Information Königsschloss 2026:
| Posten | Wert |
|---|---|
| Eintritt Hauptausstellung | 35 PLN (8,15 €) |
| Audio-Guide Deutsch | 15 PLN (3,50 €) |
| Mittwochs eintrittsfrei | nur Hauptausstellung |
| Öffnungszeiten | 10-18 Uhr (Sommer), Mo geschlossen |
| Plane | 2-3 Stunden |
Innen siehst du die Königlichen Gemächer, den Marmor-Saal, das Canaletto-Zimmer mit Veduten von Warschau aus dem 18. Jahrhundert (wichtige Vorlage für den Wiederaufbau!), den Thronraum und die Privatgemächer König Stanisław Augusts Poniatowski. Die Restaurierung ist beeindruckend: viele Originalmöbel wurden in der Kriegszeit ausgelagert und überstanden den Krieg.
Praxis-Tipp: Mittwochs ist die Hauptausstellung kostenlos. Wer am Mittwoch in Warschau ist, kann hier ohne Eintritt durch die Königlichen Gemächer schlendern. An anderen Tagen gibt es separate Tickets für Hauptausstellung, Schatzkammer und Sonderausstellungen, die Tageskarte für alle Bereiche kostet 60 PLN (14 €).
St. Anna-Kirche und Aussichtsturm

Direkt am Plac Zamkowy steht die St. Anna-Kirche (Kościół św. Anny), eine der bedeutendsten barocken Kirchen Warschaus. Im Inneren beeindrucken Wandmalereien, Fresken und vergoldete Altäre.
Eintritt frei, aber wer den Aussichtsturm besteigen möchte, zahlt extra.
Aussichtsturm der St. Anna-Kirche:
| Posten | Wert |
|---|---|
| Höhe | 47 m |
| Stufen | 150 (Wendeltreppe) |
| Eintritt | 10 PLN (2,30 €) pro Person |
| Bezahlung | nur Bargeld |
| Öffnungszeiten | 10-18 Uhr |
Vom Turm hast du einen 360-Grad-Blick über die Altstadt, das Königsschloss, die Weichsel und die moderne Skyline mit dem Kulturpalast. Bei klarem Wetter reicht der Blick bis zum Stadtrand. Die Aussicht ist anders als vom Kulturpalast: niedriger, dafür intimer und mit besserem Detailblick auf die Altstadt-Architektur.
Der Aufstieg ist eng. Die 150 Stufen führen ohne Pause durch eine schmale Wendeltreppe. Wer Klaustrophobie hat oder mit Kinderwagen reist, sollte verzichten.
Für die meisten Erwachsenen ist der Aufstieg in fünf Minuten machbar.
Praxis-Tipp: Die Aussichtsplattform ist abends besonders stimmungsvoll, wenn die Altstadtbeleuchtung angeht. Wer fotografisch interessiert ist, kommt 30 Minuten vor Sonnenuntergang.

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Barbakan und Stadtmauer

Der Barbakan (Barbakan Warszawski) ist die rekonstruierte Verteidigungsanlage am nördlichen Rand der Altstadt. Erbaut 1548 als Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung, im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört und 1952-1954 nach Originalplänen wiederaufgebaut.
Architektonisch zeigt der Barbakan eine halbrunde Bastion mit zwei Türmen und einem Tordurchgang. Heute kannst du auf der Mauer entlanglaufen und die Stadtbefestigung von innen erleben. Der Eintritt ist frei.
Auf der Mauer findest du regelmäßig Straßenkünstler, Maler, die Aquarelle der Altstadt verkaufen, und kleine Café-Stände. Im Sommer ist der Barbakan einer der lebendigsten Orte Warschaus. Hier verläuft auch der Übergang von der Altstadt (Stare Miasto) zur Neustadt (Nowe Miasto), beide Stadtviertel sind durch die Mauer getrennt.
Empfehlenswerter Spaziergang: Vom Königsschloss durch die Altstadt zum Marktplatz, dann nordwestlich zum Barbakan, durch das Tor in die Neustadt. Die Neustadt zeigt sich ruhiger als die Altstadt: weniger Touristen, mehr lokales Leben, gleichwertige Architektur. Sehenswert sind die Marienkirche und das Marie-Curie-Geburtshaus an der ulica Freta 16.
Kulturpalast (Pałac Kultury i Nauki)

Der Kulturpalast ist Polens zweithöchstes Gebäude (seit der Fertigstellung des 310 Meter hohen Varso Tower 2022) und Warschaus umstrittenstes Wahrzeichen. Er wurde 1952-1955 als "Geschenk der sowjetischen Nationen an die polnische Nation" unter Josef Stalin erbaut. Bauleiter war der russische Architekt Lew Rudnew, ursprünglich hieß das Gebäude "Kultur-und-Wissenschaftspalast Josef Stalin".
Technische Daten Kulturpalast 2026:
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Höhe mit Antenne | 237 m |
| Höhe ohne Antenne | 187,8 m |
| Etagen | 44 |
| Aussichtsplattform | 30. Stockwerk, 114 m |
| Anzahl Räume | ca. 3.288 |
| Bauzeit | 1952-1955 |
| Antennen-Erweiterung | 1994 |
Politisch ist das Gebäude bis heute umstritten. Viele Polen sehen es als Symbol sowjetischer Dominanz nach dem Krieg. Es gibt einen klassischen Warschauer Witz: "Warschau ist vom Kulturpalast aus am schönsten, weil man von dort den Kulturpalast nicht sieht." Seit 2007 steht das Gebäude unter Denkmalschutz, ein Abriss ist damit vom Tisch.
Heute beherbergt der Komplex mehrere Kinos, vier Theater, drei Museen, ein Schwimmbad, Büros, Restaurants und die Aussichtsplattform. Auf dem Vorplatz finden regelmäßig Flohmärkte, Buchausstellungen und Konzerte statt.
Aussichtsplattform Praxis 2026:
| Posten | Wert |
|---|---|
| Eintritt | 28 PLN (6,50 €) |
| Aufzugsfahrt | 28 Sekunden auf 30. Stock |
| Öffnungszeiten | 10-22 Uhr |
| Bezahlung | Karte und Bargeld |
Die 30. Etage bietet einen 360-Grad-Panoramablick über Warschau. Die Stadt zeigt sich kompakt, mit der Altstadt im Norden, der Skyline der Bürotürme im Westen und der grünen Weichselaue im Osten.
Bei klarer Sicht reicht der Blick bis zu den Vororten und der Anflugstrecke des Flughafens Chopin.
Praxis-Tipp: Die Plattform ist mit Schutzgittern gesichert, was beim Fotografieren störend wirken kann. Wer ohne Gitter fotografieren möchte, hat im 31. Stockwerk (gegen Aufpreis) freie Sicht.
Für Standardfotos reicht die normale Plattform.
Jüdisches Erbe und Aufstandsmuseum

Warschau war vor dem Zweiten Weltkrieg eine der größten jüdischen Städte Europas. Rund 350.000 Juden lebten hier, etwa ein Drittel der Stadtbevölkerung. Das Warschauer Ghetto, errichtet 1940 von der deutschen Besatzung, war das größte in Europa.
Der Aufstand im Ghetto 1943 und der Warschauer Aufstand 1944 gehören zu den dramatischsten Ereignissen der polnischen Geschichte.
POLIN, Museum der Geschichte der polnischen Juden an der ulica Anielewicza 6 ist eine zentrale Adresse zum jüdischen Erbe. Eröffnet 2013, gilt es als eines der modernsten und architektonisch beeindruckendsten Museen Europas. Die Dauerausstellung erzählt 1.000 Jahre jüdisches Leben in Polen: vom Mittelalter über das goldene Zeitalter der jüdisch-polnischen Kultur bis zum Holocaust und der Gegenwart.
| Posten POLIN-Museum | Wert |
|---|---|
| Eintritt Erwachsene | 45 PLN (10,50 €) |
| Audio-Guide Deutsch | 15 PLN (3,50 €) |
| Donnerstags eintrittsfrei | Hauptausstellung |
| Öffnungszeiten | 10-18 Uhr (Mi 10-20 Uhr), Di geschlossen |
| Mindestplanung | 3-4 Stunden |
Direkt vor dem Museum steht das berühmte Denkmal der Helden des Ghettoaufstands, eines der bekanntesten Holocaust-Denkmäler Europas. Die Bronze-Figuren erinnern an den jüdischen Aufstand vom April 1943.
Das Warschauer Aufstandsmuseum (Muzeum Powstania Warszawskiego) an der ulica Grzybowska 79 dokumentiert den Aufstand der polnischen Heimatarmee gegen die deutsche Besatzung von August bis Oktober 1944. Eröffnet 2004, ist das Museum multimedial und intensiv aufbereitet, mit Originalaufnahmen, persönlichen Gegenständen und einer aufwändigen Inszenierung der Kampfszenen.
Eintritt 30 PLN (7 €), Audio-Guide auf Deutsch verfügbar. Plane mindestens drei Stunden. Wer auch nur einen halben Tag Zeit hat, sollte sich auf eines der beiden Museen konzentrieren.
Grab des Unbekannten Soldaten am Plac Piłsudskiego ist ein nationales Denkmal an alle polnischen Soldaten, die in Kriegen für Polen gefallen sind. Das ewige Feuer brennt seit 1925 (mit Unterbrechung während der Kriegszeit) durchgehend. Wachposten patrouillieren rund um die Uhr, jede volle Stunde findet eine zeremonielle Wachablösung statt: sehenswert für historisch Interessierte.
Łazienki-Park, Warschaus grüne Lunge

Der Łazienki-Park (Park Łazienkowski) ist mit 76 Hektar Polens größter städtischer Park und liegt im Süden der Innenstadt. Er entstand im 17. Jahrhundert als königlicher Sommergarten und wurde 1764 von König Stanisław August Poniatowski zur heutigen Form ausgebaut.
Der Park ist ganzjährig geöffnet und kostenfrei zugänglich.
Highlights im Łazienki-Park:
- •Wasserschloss (Pałac na Wodzie): die königliche Sommerresidenz auf einer Insel
- •Chopin-Denkmal: beeindruckende Jugendstil-Skulptur, im Sommer Sonntags Gratis-Konzerte
- •Amphitheater auf der Insel: funktionsfähige Open-Air-Bühne aus dem 18. Jahrhundert
- •Orangerie: barockes Glashaus mit Pflanzensammlung
- •Pfauen: wildlebende Pfauen wandern frei durch den Park
- •Teiche und Bachläufe: gut angelegte Wasserwelten
Eintritt in das Wasserschloss kostet 30 PLN (7 €), die Außenanlagen und Spaziergänge sind kostenlos. Wer die Sonntagskonzerte am Chopin-Denkmal erleben möchte, sollte zwischen Mai und September anreisen, die Konzerte beginnen um 12 Uhr und 16 Uhr und sind gratis.
Vom Stadtzentrum erreichst du den Łazienki-Park mit der Bus-Linie 116 in 10 Minuten oder zu Fuß in 25 Minuten entlang der Aleje Ujazdowskie. Wer mehr Zeit mitbringt, kann von dort weiter südlich zum Wilanów-Palast spazieren, die ehemalige Sommerresidenz König Jan III. Sobieskis, oft als "Polens Versailles" bezeichnet.
Tagesplanung und Kosten in Warschau
Warschau gehört zu den teureren polnischen Städten, liegt aber immer noch deutlich unter Berliner oder Wiener Niveau. Wir haben unsere Tagesausgaben dokumentiert.
Tagesausgaben für zwei Personen 2026:
| Posten | Kosten |
|---|---|
| Campingplatz Stadtrand | 50-55 € |
| Tagesticket ÖPNV 2 Personen | 36 PLN (8,40 €) |
| Königsschloss-Tageskarte 2 Personen | 70 PLN (16,30 €) |
| St. Anna-Aussichtsturm | 20 PLN (4,70 €) |
| Kulturpalast Aussicht 2 Personen | 56 PLN (13 €) |
| POLIN-Museum 2 Personen | 90 PLN (21 €) |
| Mittagessen Pierogarnia | 50-70 PLN (12-16 €) |
| Abendessen Restaurant Altstadt | 120-180 PLN (28-42 €) |
| Bier 0,5 l | 16-22 PLN (3,70-5,10 €) |
Vorschlag 2-Tage-Planung:
Tag 1 (Altstadt-Tag):
- •09:00 Anfahrt zum Wochenend-Parkplatz Königsschloss
- •09:30 St. Anna-Kirche und Aussichtsturm
- •10:30 Königsschloss innen
- •13:30 Mittagessen Pierogarnia Zapiecek auf dem Marktplatz
- •15:00 Altstadt-Spaziergang Marktplatz, Barbakan, Neustadt
- •17:00 Łazienki-Park (Bus 116)
- •19:30 Abendessen am Marktplatz
- •21:00 Rückkehr zum Camping
Tag 2 (Geschichts-Tag):
- •10:00 POLIN-Museum (mind. 3 Stunden)
- •14:00 Mittagessen lokal
- •15:30 Warschauer Aufstandsmuseum
- •18:30 Kulturpalast Aussichtsplattform Sonnenuntergang
- •20:00 Abendessen mit Skyline-Blick
Gesamtbudget für zwei Personen über zwei Tage: rund 220-300 Euro inklusive Camping, Eintritte und Restaurantbesuchen. Wer Eintritte reduziert (kostenlose Mittwoche/Donnerstage nutzen), kommt auf 170-220 Euro.
Vergleich zu anderen polnischen Städten: Warschau ist preislich auf Krakau-Niveau, etwas teurer als Posen oder Breslau. Wer beide Hauptstädte (kulturell Krakau, politisch Warschau) besucht, erlebt Polen in seiner ganzen Bandbreite.
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Unser Video
Wir haben unseren Warschau-Tag in einer ausführlichen Doku festgehalten. Du siehst die Wochenend-Parksituation am Königsschloss, die Altstadt von oben mit der St. Anna-Aussichtsplattform, den Marktplatz mit Pierogarnia Zapiecek und die Aussicht vom Kulturpalast.
Das Video ergänzt diesen Blogartikel um visuelle Eindrücke und unsere ehrliche Bewertung der einzelnen Highlights. Wer eine Polen-Reise plant, bekommt einen authentischen Eindruck der Phönixstadt.
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