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Ladebooster einbauen: Anleitung mit Schaltplan

Ladebooster einbauen: Schritt-für-Schritt mit Schaltplan, D+ Signal erklärt und Kabelquerschnitte. Alle Kosten im Überblick.

Ladebooster Einbau im Wohnmobil - Ective BB30 Installation

Du willst deine Aufbaubatterie während der Fahrt laden? Dann brauchst du einen Ladebooster. Wir haben unseren selbst eingebaut und zeigen dir Schritt für Schritt, wie es geht – von der Planung über das D+ Signal bis zur fertigen Installation. Plus: Warum ein Trennrelais bei Lithium-Batterien keine gute Idee ist.

Was ist ein Ladebooster und warum brauchst du einen?

Ein Ladebooster (auch B2B-Ladegerät genannt) ist ein Batterie-zu-Batterie-Ladegerät, das deine Aufbaubatterie während der Fahrt über die Lichtmaschine lädt.

Das Problem ohne Ladebooster:

Deine Lichtmaschine erzeugt beim Fahren Strom – aber dieser Strom geht erstmal nur an die Starterbatterie. Ohne zusätzliche Technik bleibt deine Aufbaubatterie leer, egal wie lange du fährst.

Die Lösung:

Der Ladebooster sitzt zwischen Starter- und Aufbaubatterie. Er nimmt den Strom von der Lichtmaschine, wandelt ihn um und lädt damit deine Aufbaubatterie mit der optimalen Ladekennlinie – besonders wichtig bei modernen Lithium-Batterien (LiFePO4).

Wann startet der Ladebooster?

Der Ladebooster muss wissen, wann der Motor läuft. Dafür gibt es zwei Methoden:

  1. D+ Signal – Ein Steuersignal von der Lichtmaschine
  2. Spannungserkennung – Der Booster erkennt automatisch, wenn die Spannung über 13V steigt

Ladebooster vs. Trennrelais – Was ist besser?

Ladebooster – Die Vorteile

  • Lädt die Aufbaubatterie mit der richtigen Ladespannung vollständig auf
  • Schützt die Starterbatterie vor Tiefentladung
  • Ist perfekt für Lithium-Batterien geeignet
  • Gleicht Spannungsschwankungen der Lichtmaschine aus
  • Intelligente Ladekennlinie (IUoU)

Trennrelais – Die Nachteile

  • Die Aufbaubatterie wird nie vollständig geladen (nur bis ca. 80%)
  • Bei Lithium-Batterien kann die Starterbatterie beschädigt werden
  • Keine intelligente Ladekennlinie
  • Spannungsschwankungen werden durchgereicht

Das klassische Trennrelais verbindet bei laufendem Motor einfach beide Batterien miteinander. Das funktioniert, hat aber Nachteile.

Unser Fazit:

Wenn du eine LiFePO4-Batterie verbaust, führt kein Weg am Ladebooster vorbei! Bei AGM- oder Gel-Batterien funktioniert ein Trennrelais – aber auch hier ist ein Ladebooster die bessere Wahl.

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Welchen Ladebooster für welche Batterie?

Die Wahl des richtigen Ladeboosters hängt von deiner Batteriekapazität und dem Batterietyp ab.

Faustformel für den Ladestrom:

Der Ladestrom sollte etwa 10-20% der Batteriekapazität betragen:

  • 100Ah Batterie → 10-20A Ladebooster
  • 200Ah Batterie → 20-30A Ladebooster
  • 300Ah Batterie → 30-40A Ladebooster

Beliebte Ladebooster im Vergleich:

ModellLadestromGeeignet fürPreis ca.
Ective BB3030ABis 200Ah188€
Victron Orion-Tr Smart 12/12-3030ABis 200Ah200€
Votronic VCC 1212-3030ABis 200Ah250€

Unsere Empfehlung: Ective BB30

Wir haben uns für den Ective BB30 Ladebooster entschieden – und sind sehr zufrieden damit!

Super Preis-Leistung – nur 188€
Perfekte Lithium-Ladekennlinie einstellbar
Display zeigt Ladestrom und Spannung an
Kompakte Bauform
Kann ohne D+ Signal arbeiten (Spannungserkennung)

Das D+ Signal – Wichtig für den Einbau

Der Ladebooster muss wissen, wann der Motor läuft. Dafür gibt es das D+ Signal (auch Klemme 61 genannt).

Was ist das D+ Signal?

Das D+ Signal ist ein Steuersignal von der Lichtmaschine. Bei laufendem Motor führt es ca. 12V – bei stehendem Motor 0V. So weiß der Ladebooster: Jetzt kann ich laden!

Wo finde ich das D+ Signal?

Je nach Fahrzeug gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  1. Am Sicherungskasten – Oft gibt es einen freien Steckplatz für D+
  2. Direkt an der Lichtmaschine – Der kleine Stecker (nicht das dicke Ladekabel)
  3. Am OBD-Port – Bei modernen Fahrzeugen oft die einfachste Lösung
  4. Zündungsplus – Alternative, wenn D+ nicht verfügbar

Beim Fiat Ducato findest du D+ meistens am Sicherungskasten im Motorraum oder kannst es vom Armaturenbrett-Stecker abgreifen.

Alternative: Spannungsgesteuerter Ladebooster

Manche Ladebooster wie der Victron können auch ohne D+ Signal arbeiten. Sie erkennen anhand der Batteriespannung, ob der Motor läuft (Spannung steigt auf über 13V).

Unsere Lösung: Manuelles D+ Signal mit Kippschalter

Wir haben uns für eine manuelle Steuerung entschieden. Dafür haben wir ein Zündungsplus aus dem Sicherungskasten im Fahrerhaus abgegriffen. Dieses Signal gibt nur Strom, wenn die Zündung eingeschaltet ist.

Zusätzlich haben wir einen Kippschalter dazwischen geschaltet. So können wir selbst entscheiden, wann der Ladebooster arbeiten soll.

Warum dieser Aufwand?

Wir möchten nicht, dass der Ladebooster auf kurzen Strecken (z.B. zum Einkaufen oder in der Stadt) läuft. Erst wenn wir auf der Landstraße oder Autobahn unterwegs sind, schalten wir ihn manuell ein. Das gibt uns die volle Kontrolle darüber, wann und wie die Aufbaubatterie belastet wird.

Diese Lösung ist besonders sinnvoll, wenn du:

  • Viele kurze Strecken fährst
  • Die Batterielebensdauer maximieren möchtest
  • Bewusst steuern willst, wann geladen wird

Benötigtes Material für den Einbau

Bevor du loslegst, besorge dir folgendes Material. Hier ist unsere komplette Einkaufsliste mit den Produkten, die wir selbst verbaut haben:

Technik (Hauptkomponenten):

Kabel:

Sicherungen:

Zubehör:

Werkzeug:

Wichtig: Der richtige Kabelquerschnitt

Die Kabeldicke richtet sich nach dem Ladestrom und der Kabellänge:

LadestromBis 3mBis 5m
20A6mm²10mm²
30A10mm²16mm²
40A16mm²25mm²

Unser Tipp: Lieber eine Nummer dicker nehmen! Zu dünne Kabel werden warm und es gibt Spannungsverluste.

Schritt-für-Schritt Einbauanleitung

Jetzt geht's ans Eingemachte! So haben wir unseren Ladebooster eingebaut:

Schritt 1: Einbauort wählen

Der Ladebooster sollte:

  • Trocken und geschützt montiert werden
  • Möglichst nah an der Aufbaubatterie sein (kürzere Kabelwege)
  • Ausreichend Belüftung haben (wird warm!)

Wir haben unseren Ladebooster im Technikfach unter der Sitzbank montiert.

Schritt 2: Kabel verlegen

  1. Plusleitung von der Starterbatterie durch die Fahrzeugwand in den Wohnbereich führen
  2. Bestehende Kabeldurchführungen nutzen oder neue bohren (mit Gummitülle abdichten!)
  3. Kabel mit Kabelbindern fixieren und vor Scheuerstellen schützen

Wichtig: Die Sicherung muss möglichst nah an der Starterbatterie sitzen – maximal 30cm Abstand!

Schritt 3: Ladebooster anschließen

Die Anschlüsse sind bei den meisten Ladeboostern gleich:

  • Input + → Zur Starterbatterie (über Sicherung)
  • Input - → Masse/Karosserie oder Starterbatterie Minus
  • Output + → Zur Aufbaubatterie (über Sicherung)
  • Output - → Aufbaubatterie Minus
  • H (Remote) → D+ Signal oder Zündungsplus

Schritt 4: D+ Signal anschließen

Beim Ective BB30 gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Mit D+ Signal: Kabel von D+ zum Remote-Anschluss
  2. Ohne D+ (Spannungserkennung): Der Ective erkennt automatisch, wenn die Spannung über 13V steigt

Schritt 5: Einstellungen am Ladebooster

Bei Lithium-Batterien musst du die Ladekennlinie anpassen:

  • Ladeschlussspannung: 14,2V - 14,4V (je nach BMS der Batterie)
  • Erhaltungsladung: Oft nicht nötig bei LiFePO4

Beim Ective BB30 kannst du die Einstellungen direkt am Display vornehmen – super praktisch!

Schritt 6: Funktionstest

  1. Motor starten
  2. Kontrollieren, ob der Ladebooster anspringt (LED oder App)
  3. Ladestrom mit dem Multimeter oder in der App prüfen
  4. Nach 10 Minuten Kabel auf Wärme prüfen

Häufige Fehler vermeiden

Aus unserer Erfahrung und vielen Gesprächen mit anderen Campern hier die typischen Stolperfallen:

Fehler 1: Zu dünne Kabel

Unterschätze nicht den Kabelquerschnitt! Bei zu dünnen Kabeln:

  • Sinkt der Ladestrom
  • Werden die Kabel warm (Brandgefahr!)
  • Verkürzt sich die Lebensdauer

Fehler 2: Sicherung vergessen

Beide Seiten müssen abgesichert sein – Starterbatterie UND Aufbaubatterie. Die Sicherungen schützen die Kabel, nicht den Ladebooster.

Fehler 3: Schlechte Masseverbindung

Eine schlechte Masse ist der häufigste Grund für Probleme. Schraube die Masseleitungen an blankes Metall (Lack entfernen!) und verwende Kontaktspray.

Fehler 4: D+ Signal von der falschen Quelle

Nimm nicht einfach irgendein geschaltetes Plus. Das D+ Signal kommt von der Lichtmaschine und zeigt an, dass diese auch wirklich lädt.

Fehler 5: Ladebooster falsch dimensioniert

Ein zu kleiner Ladebooster lädt ewig, ein zu großer kann die Batterie überlasten. Halte dich an die 10-20% Regel!

Kosten für den Ladebooster-Einbau

Was kostet der Spaß? Hier unsere Kalkulation:

Unsere Kosten im Überblick:

PositionPreis
Ective BB30 Ladeboosterca. 188€
Batteriekabel 16mm²ca. 35€
Sicherungen und Halterca. 25€
Kabelschuhe, Kleinteileca. 20€
Gesamtca. 270€

Zum Vergleich:

Eine Werkstatt berechnet für den Einbau schnell 400-600€ zusätzlich. Mit etwas handwerklichem Geschick sparst du also ordentlich!

Warum der Ective BB30?

Wir haben uns bewusst für den Ective BB30 entschieden – er bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis und hat ein praktisches Display zur Überwachung.

Unser Elektrik-Schaltplan für den Camper-Ausbau

Du möchtest nicht nur den Ladebooster, sondern deine komplette Camper-Elektrik selbst planen? Dann haben wir genau das Richtige für dich!

Was unser Schaltplan enthält:

Wir haben einen professionellen Elektrik-Schaltplan erstellt, der zeigt, wie alle Komponenten zusammenspielen:

Ladebooster mit korrekter Verkabelung
Solaranlage mit MPPT-Regler
Lithium-Batterie mit BMS
Sicherungsverteilung für alle Verbraucher
230V Wechselrichter Integration
Landstrom-Anschluss mit Umschaltung

Du bekommst:

  • Übersichtliche Verkabelungsübersicht
  • Alle Kabelquerschnitte und Sicherungsgrößen
  • Komponentenliste mit Empfehlungen

Mit diesem Plan sparst du dir stundenlanges Recherchieren und vermeidest teure Fehler!

Ladebooster mit Solaranlage kombinieren

Du hast auch eine Solaranlage im Camper? Perfekt! Ladebooster und Solarladeregler können problemlos parallel arbeiten.

So funktioniert's:

Beide laden die Aufbaubatterie, aber nie gleichzeitig mit voller Leistung. Das BMS der Batterie (oder ein intelligenter Laderegler) regelt, wie viel Strom aufgenommen wird.

Die Vorteile der Kombination:

Beim Fahren: Ladebooster lädt die Batterie
Beim Stehen: Solaranlage übernimmt
Doppelte Sicherheit: Immer eine Ladequelle verfügbar

Unsere Empfehlung:

Wir nutzen einen MPPT Solarladeregler – der holt das Maximum aus den Solarpanels raus. MPPT (Maximum Power Point Tracking) ist effizienter als PWM-Regler.

Fazit: Ladebooster Einbau lohnt sich!

Der Einbau eines Ladeboosters ist auch für Hobby-Schrauber machbar und bringt echte Vorteile:

Das bringt dir ein Ladebooster:

Volle Batterie nach jeder längeren Fahrt
Lithium-Batterien werden optimal geladen
Unabhängigkeit – weniger Landstrom nötig
Schnelle Amortisation durch Selbsteinbau

Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

  1. Ladestrom wählen: 10-20% der Batteriekapazität
  2. Unsere Empfehlung: Ective BB30 – bestes Preis-Leistungs-Verhältnis für 188€
  3. Kabelquerschnitt: Mind. 16mm² Kabel für 30A bei 5m Kabellänge
  4. D+ Signal: Zeigt dem Booster, dass der Motor läuft (oder Spannungserkennung nutzen)
  5. Sicherungen: Auf beiden Seiten absichern mit passenden Sicherungshaltern

Kosten Selbsteinbau: ca. 250€ (Werkstatt: 400-600€ zusätzlich)

Wir hoffen, diese Anleitung hilft dir bei deinem Projekt! Schau auch gerne unser Video zum Thema an, wo wir den kompletten Einbau zeigen.

Ladebooster einbauen: Komplette Anleitung

Wir zeigen dir Schritt für Schritt, wie wir unseren Ective BB30 Ladebooster eingebaut haben – inklusive aller Tipps und Tricks!

Häufig gestellte Fragen