Wir sind vier Monate mit unserem Camper durch ganz Spanien gefahren, von der Costa Brava bis nach Andalusien und weiter in den Norden. In dieser Zeit haben wir eine Menge falsch gemacht, und darum geht es hier. Diese fünf Fehler kosten dich in Spanien Zeit, Geld oder Nerven, und die meisten davon lassen sich mit etwas Vorbereitung vermeiden. Dazu bekommst du unsere Zahlen zu Maut, Diesel und Freistehen und Alltagstipps von der Wäsche bis zur Krankenversicherung, die wir vorher gern gewusst hätten. Alle geprüften Orte und Routen findest du in unserem Spanien-Reiseführer.
Unsere fünf Anfängerfehler in Spanien
Spanien ist für Wohnmobile ein entspanntes Reiseland. Trotzdem haben wir in den ersten Wochen die Fehler gemacht, die eigentlich vermeidbar gewesen wären.
Als Lehmann Vlogs waren wir vier Monate mit unserem selbst ausgebauten Kastenwagen in Spanien unterwegs und haben dabei 246 Orte persönlich in unserer Karte markiert. Diese fünf Punkte sind das, was wir heute anders machen würden:
- •Unterschätzen, wie eng es wird, und trotzdem in Altstädte hineinfahren
- •Nur die Mittelmeerküste abfahren, weil sie in den sozialen Medien überall auftaucht
- •Maut zahlen, wo direkt daneben eine kostenlose Alternative verläuft
- •Die Wildcamping-Regeln falsch einschätzen und Strafzettel riskieren
- •Ohne Plan tanken und dabei pro Liter deutlich zu viel bezahlen
Alle fünf gehen wir jetzt einzeln durch, mit konkreten Zahlen und dem, was wir vor Ort tatsächlich erlebt haben.
Das brauchst du für deine Spanien-Reise
Bevor es losgeht, hier unsere wichtigsten Empfehlungen aus vier Monaten in Spanien:
- •📕 Reiseführer: Spanien mit dem Wohnmobil, alle geprüften Stellplätze + Karte
- •📍 Diebstahlschutz: GPS-Tracker fürs Wohnmobil (Trackiwi)*
- •💧 Sauberes Trinkwasser: ALB Filter fürs Wohnmobil*
- •⚡ Autark unterwegs: unser Elektrik-Schaltplan für den Camper
Alle geprüften Stellplätze für Spanien
Diese fünf Fehler sind nur der Anfang. Im Lehmann Vlogs Spanien-Reiseführer bekommst du unsere 246 persönlich markierten Orte aus vier Monaten Vollzeit-Reise, die meisten mit eigenen Fotos, mit ehrlichen Bewertungen und interaktiver Google-Maps-Karte für online und offline.

Alle geprüften Stellplätze für Spanien
€29.99
Diese fünf Fehler sind nur der Anfang. Im Lehmann Vlogs Spanien-Reiseführer bekommst du unsere 246 persönlich markierten Orte aus vier Monaten Vollzeit-Reise, die meisten mit eigenen Fotos, mit ehrlichen Bewertungen und interaktiver Google-Maps-Karte für online und offline.
- •✅ 246 persönlich markierte Orte in Spanien
- •✅ Interaktive Google-Maps-Karte (online & offline)
- •✅ Maut, Freistehen & Pflichtausstattung erklärt
- •✅ Persönliche Bilder & ehrliche Bewertungen
Fehler 1: unterschätzen, wie eng es wird


Der Fehler, den wir am häufigsten gemacht haben: in kleine Dörfer, Altstädte oder Küstenorte hineinfahren, weil das Navi es so wollte. Die Straßen dort sind für Autos gebaut, nicht für Kastenwagen. Wir mussten mehrfach den Spiegel einklappen und einmal rückwärts wieder heraus.
Dabei warnt Spanien sogar ausdrücklich davor. An den Ortseingängen vieler Dörfer stehen Beschränkungen für Höhe, Breite oder Gewicht, oft bei 3,5 Tonnen. Diese Schilder sind kein Vorschlag, sondern der Hinweis, dass es dahinter tatsächlich zu eng wird.
So machen wir es heute:
- •Beschränkungen am Ortseingang immer beachten, auch wenn du knapp darunter liegst
- •Vor der Anfahrt die Strecke in Google Maps ansehen, die Satellitenansicht zeigt die echte Straßenbreite
- •Bewusst außerhalb parken und die letzten Meter zu Fuß, mit dem Rad oder öffentlich zurücklegen
- •Bei sehr engen Orten gilt: Wenn du zweimal überlegen musst, fahr nicht hinein
Ein Rückfahr- und Rundumkamerasystem hat uns dabei mehr geholfen als jeder Tipp. Wie wir das nachgerüstet haben, steht in unserem Beitrag zur 360-Grad-Kamera im Ducato.
Fehler 2: nur die Mittelmeerküste abfahren


Costa Brava, Costa Blanca, Costa del Sol, Andalusien: Das sind die Regionen, die dir häufig vorgeschlagen werden, und sie sind zu Recht beliebt. Unser Fehler war, dass wir am Anfang nur diese Küstenlinie abgefahren sind.
Denn an der Küste findest du die meisten Verbotsschilder, die meisten Einschränkungen und die meisten Kontrollen. Und du findest die meisten anderen Camper.
Was sich stattdessen lohnt:
- •Landesinneres: Schon eine Stunde weg von der Küste wird es ruhiger, günstiger und entspannter beim Übernachten
- •Zentralspanien: Madrid, Toledo, Burgen und die endlose Meseta, angenehm im Frühling und Herbst
- •Nordspanien: Galicien und das Baskenland sind grün, wild und ruhiger als die Mittelmeerküste, für uns ein kleiner Geheimtipp. Dafür regnet es dort mehr
- •Sommerregel: Im Hochsommer klettert das Landesinnere Andalusiens bei Hitzewellen über 40 Grad, dann funktioniert eigentlich nur der Norden
Das ist auch der ehrlichste Ratschlag, den wir für Spanien haben: Wer nur die Küste fährt, hat das Land nicht gesehen. Alle Regionen mit Highlights und der passenden Jahreszeit haben wir im Spanien-Reiseführer aufgeschlüsselt.
Fehler 3: Maut zahlen, obwohl es kostenlos geht
Dieser Fehler kostet Geld und lässt sich leicht vermeiden. Viele fahren in Spanien Maut, weil sie annehmen, sie müssten. Das stimmt nicht.
Spanien hat zwei Netze: die Autopistas mit dem Kürzel AP und die Autovías mit dem Kürzel A. Die Faustregel "AP kostet, A ist frei" stimmt aber längst nicht mehr überall.
Denn in den letzten Jahren sind mehrere große Mautstrecken kostenlos geworden, darunter die komplette AP-7 an der Mittelmeerküste von der französischen Grenze bis Alicante. Nach Zahlen des spanischen Verkehrsministeriums sind heute rund 1.435 von 12.091 Kilometern des staatlichen Schnellstraßennetzes mautpflichtig, also etwa jeder achte Kilometer.
Was das für deine Planung heißt:
- •Die Küstenroute, die viele Camper fahren, kostet auf weiten Abschnitten gar nichts mehr
- •Wo doch Maut anfällt, verläuft oft eine kostenlose Autovía parallel. Unsere Erfahrung nach vier Monaten: Die kostenlosen Strecken sind genauso gut ausgebaut, ab und zu kommt ein Kreisverkehr dazu, und du bist meist zehn bis zwanzig Minuten länger unterwegs
- •Verlass dich nicht auf das Kürzel, sondern schau vor der Etappe in die Route
So umgehst du die Maut in Spanien:
- •In Google Maps unter den Routenoptionen "Mautstraßen vermeiden" aktivieren
- •Wenn du doch Maut fährst: An der Auffahrt Ticket ziehen, an der Ausfahrt zahlen, Ticket nicht verlieren
- •Am Schalter werden Visa und Mastercard in der Regel akzeptiert, Prepaid-Kreditkarten sowie Maestro und V-Pay laut ADAC dagegen nicht. Etwas Bargeld gehört ins Handschuhfach
- •Ein grüner Pfeil über der Spur bedeutet geöffnet, ein rotes X geschlossen
- •Für Vielfahrer gibt es die elektronische Mautbox VIA-T mit eigener Spur. Der ADAC unterscheidet dabei nach Gewicht: eine Standard-Box für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen und eine Camper-Variante für Wohnmobile darüber
Prüfe die mautfreie Route vorher in der Satellitenansicht. Wir sind einmal auf einer sehr schmalen Küstenstraße gelandet, die zwar kostenlos war, aber für einen Kastenwagen keinen Spaß gemacht hat. Sparen bringt nichts, wenn du zwei Stunden im Schritttempo hinter einem Traktor hängst.

Warum über 1000+ Camper uns vertrauen

Warum über 1000+ Camper uns vertrauen
| Unser Reiseführer | Buchhandel | |
|---|---|---|
| Google Maps Karte | ✅ | ❌ |
| Freistellplätze | ✅ | ❌ |
| Campingplatz Bewertungen | ✅ | ❌ |
| Routen & Tagespläne | ✅ | ❌ |
| Essen & Insider-Spots | ✅ | ❌ |
| Sparen & Praktische Tipps | ✅ | ❌ |
| Unser Reiseführer | Buchhandel | |
|---|---|---|
| Google Maps Karte | ✅ | ❌ |
| Freistellplätze | ✅ | ❌ |
| Campingplatz Bewertungen | ✅ | ❌ |
| Routen & Tagespläne | ✅ | ❌ |
| Essen & Insider-Spots | ✅ | ❌ |
| Sparen & Praktische Tipps | ✅ | ❌ |
Fehler 4: die Freisteh-Regeln falsch einschätzen

Das ist der Punkt, bei dem im Netz am meisten Unsinn steht. Spanien unterscheidet zwischen zwei Dingen, und darauf kommt es an:
- •Pernoctar heißt im Fahrzeug schlafen. Das ist nicht explizit verboten, wo Parken generell erlaubt ist. Die spanische Verkehrsbehörde DGT nennt dafür drei Bedingungen: Nur die Räder berühren den Boden, also keine Stützfüße (Sicherheitskeile, die calzos, sind laut DGT erlaubt), nichts ragt über den Fahrzeugumriss hinaus, und es treten keine Flüssigkeiten oder störenden Geräusche nach außen. In Katalonien und im Baskenland gelten Keile regional als Campen, dort bleiben sie besser im Staufach.
- •Acampar heißt campen, also Stühle, Tisch und Markise raus. Das regeln Regionen und Gemeinden, mehrere Regionen verbieten es außerhalb von Campingplätzen ausdrücklich.
Es gibt kein einheitliches nationales Gesetz. Die Zuständigkeit liegt bei den 17 autonomen Gemeinschaften und zusätzlich bei den Gemeinden, deshalb kann es von Ort zu Ort verschieden sein. In Nationalparks und Naturschutzgebieten gilt jeweils die Parkordnung des Gebiets, offenes Feuer ist außerhalb ausgewiesener Stellen nach den regionalen Brandschutzregeln verboten. Und die Ley de Costas verbietet auf dem Strand selbst ausdrücklich das Parken, das unerlaubte Befahren sowie Zelten und Campieren. Die Schutzzone landeinwärts beträgt grundsätzlich 100 Meter und kann auf höchstens 200 Meter erweitert werden. Die oft zitierten 500 Meter sind eine andere, rein planungsrechtliche Zone und kein pauschales Campingverbot.
Was wir vor Ort tatsächlich erlebt haben:
- •In der Nebensaison stellen sich an der Küste viele Camper direkt ans Wasser, obwohl Schilder es verbieten. Oft wird es geduldet, teilweise fährt die Polizei vorbei und nimmt es hin.
- •Es gibt aber auch Plätze, die nachts geräumt werden und an denen Strafzettel verteilt werden. Wir haben vorher immer die Bewertungen zu einem Platz gelesen und nur Orte gewählt, an denen das nie passiert ist.
- •In der Hauptsaison funktioniert das an der Küste praktisch nicht mehr, und es wird von Jahr zu Jahr strenger.
- •Im Landesinneren und im Norden ist es dagegen sehr entspannt. Dort haben wir problemlos ein oder zwei Tage an einer Stelle gestanden.
Unsere Regel: nicht campen, sondern parken. Keine Stühle, keine Markise, kein Aufbau. Warum genau das die Grenze ist, die auch die spanische Verkehrsbehörde zieht, steht ausführlich in unserem Guide zum Wildcampen und Freistehen in Spanien. Eine Garantie ist das nicht, weil Gemeinden das Wohnmobil-Parken zusätzlich zeitlich beschränken oder eigens regeln dürfen. Aber es ist die Variante, mit der du das Risiko eines Strafzettels klein hältst, und der Platz bleibt auch für die Reisenden nach dir nutzbar. Welche Plätze bei uns gut funktioniert haben und wo wir ausdrücklich nicht stehen würden, ist in der Karte des Reiseführers markiert.
Fehler 5: ohne Plan tanken

Beim Tanken kannst du in Spanien richtig viel Geld verlieren oder richtig viel sparen, und der Unterschied liegt nur daran, an welcher Säule du stehst.
Diesel kostete laut EU-Ölbulletin mit Preisen vom 5. Oktober 2026 im spanischen Schnitt rund 1,92 Euro pro Liter und damit deutlich weniger als im deutschen Schnitt von rund 2,25 Euro. Der größere Hebel ist aber nicht das Land, sondern die Säule: Zwischen einer Autobahn-Raststätte und der nächsten Ortschaft misst die Verbraucherorganisation OCU 20 bis 35 Cent Unterschied pro Liter. Bei einem 90-Liter-Tank sind das 18 bis über 30 Euro für dieselbe Menge Diesel.
Günstig tankst du hier:
- •Supermarkt- und Discount-Tankstellen wie Alcampo, Carrefour, Eroski, Bonárea oder Plenergy, das früher Plenoil hieß
- •Die günstigen liegen meist eher außerhalb, im Gewerbegebiet oder am Stadtrand, nicht im Ortskern
- •Gegenüber Markentankstellen im Ort haben wir dort meist rund 10 bis 15 Cent pro Liter gespart, gegenüber Repsol im Süden auch 30 bis 40 Cent
- •Dazu kommt die kleine Kette Easygas mit rund 17 Stationen, Schwerpunkt Nordspanien
- •Meist Selbstbedienung, oft musst du am Automaten vorab per Karte freigeben
Teuer wird es hier:
- •An Autobahn-Raststätten: Die Verbraucherorganisation OCU misst dort 20 bis 35 Cent pro Liter mehr als in der nächsten Ortschaft
- •Bei Markentankstellen in Touristengebieten
- •Direkt in Orten statt außerhalb: In Alicante war die Tankstelle im Ort für uns teurer als die davor
Drei Praxis-Hinweise:
Bei Automaten-Tankstellen wird eine Vorautorisierung auf der Karte reserviert, bei Plenergy zum Beispiel 150 Euro für die Option Volltanken. Sie wird nach dem Tankvorgang wieder freigegeben. Nimm dafür bewusst eine Zweitkarte, dann blockiert die Reservierung nicht dein Hauptbudget.
- •An bedienten Tankstellen tankst du zuerst und zahlst dann drinnen, Vorkasse ist unüblich.
- •Die Preise stehen im offiziellen Geoportal de Gasolineras des Ministeriums, komfortabler in der App Gasall, die laut Anbieter auf den Daten des spanischen Industrieministeriums beruht.
Unser günstigster Liter lag auf dieser Reise bei 1,11 Euro, das war ein Ausnahmepreis und liegt deutlich unter dem heutigen Niveau. Auch später, als die Preise gestiegen waren, haben wir an einer Discount-Tankstelle noch für 1,60 Euro getankt, während Repsol bei 1,95 Euro lag. Preise schwanken stark, deshalb lohnt der kurze Blick in die App vor jedem Tankstopp.
Bonus: Ver- und Entsorgung ist einfacher als gedacht
Ein Punkt, der uns positiv überrascht hat: Wasser und Entsorgung sind in Spanien unkompliziert. Das war einer der Gründe, warum die Reise so entspannt war.
Wo du versorgen und entsorgen kannst:
- •Auf kommunalen Wohnmobil-Stellplätzen, die es in überraschend vielen Orten gibt
- •Auf Campingplätzen, oft auch ohne Übernachtung. Wir haben dafür meist 3 bis 5 Euro gezahlt
- •An Tankstellen: Repsol bewirbt eigene Camper-Services mit Frischwasser und an einem Teil der Stationen auch Grau- und Schwarzwasser-Entsorgung, Umfang und Preis unterscheiden sich je Station
- •An Áreas de Autocaravanas, wo die Kassettenentsorgung mit "WC Químico" gekennzeichnet ist
Was uns zusätzlich geholfen hat: An Repsol-Tankstellen haben wir einfach gefragt, ob wir Wasser auffüllen dürfen, das war kein Problem. Auf kommunalen Stellplätzen war die Entsorgung bei uns kostenlos, nur fürs Wasser fiel manchmal ein kleiner Betrag an. Und Müll wirst du an den großen Containern los, die in Spanien gefühlt an jeder Ecke stehen.
Ein Hinweis zum Wasser: Das Leitungswasser schmeckt teils deutlich nach Chlor. Wir haben es mit dem ALB Filter gefiltert, im Supermarkt gibt es außerdem Trinkwasser in Fünf-Liter-Kanistern. Wie wir unterwegs Wäsche gewaschen haben, steht im nächsten Abschnitt.
Alltag im Camper: Wäsche, Trinkwasser, Duschen und volle Plätze


In unserem Video mit zwölf Spanien-Tipps geht es um den Alltag, den du in zwei Wochen Urlaub kaum mitbekommst, der bei einer längeren Reise aber jeden Tag zählt. Vier Punkte davon gehören hierher.
Wäsche: lieber in den Waschsalon. Auf manchen Campingplätzen gibt es nur eine oder zwei Waschmaschinen für den ganzen Platz, und wir haben schon lange gewartet, bis eine frei war. Deshalb sind wir unterwegs gern in Selbstbedienungs-Waschsalons gefahren. In Google Maps findest du sie unter „Laundry“ oder „lavandería autoservicio“, so steht es auch an den Läden, meist in den Städten, kaum in kleinen Dörfern oder direkt am Strand. Bezahlt haben wir am Automaten mit Karte.
Beim Preis ist der Unterschied kleiner, als wir im Video sagen:
| Wo | Waschen | Trocknen |
|---|---|---|
| Stellplatz bei Granada | 4 € | 4 € |
| Camper Park Alicante | 5 € | 4 € |
| Waschsalon Costa Brava | 5 € (8 kg) bis 9 € (17 kg) | 3 € |
| zwei andere Waschsalons | rund 12 € für beides |
Im Waschsalon an der Costa Brava war das Waschmittel inklusive. Der eigentliche Vorteil liegt in großen Trommeln und mehreren Maschinen. Nach rund zwei Stunden ist alles erledigt. Am liebsten waren uns die Salons der Kette Speed Queen, dort war alles sauber und die Wäsche roch gut. Ein Blick in die Google-Bewertungen hilft bei der Auswahl.
Trinkwasser aus der Dorfquelle. In vielen Orten gibt es öffentliche Quellen, an denen Einheimische ihre Kanister füllen. Wir haben dort ein paarmal unseren 10-Liter-Wasserbeutel aufgefüllt, wenn gerade keine andere Wasserstelle in der Nähe war. Prüf vorher in Google Maps, ob das Wasser Trinkwasserqualität hat. Wo es das nicht hat, hängt meistens ein Schild. An einer Quelle in Andalusien, an der viele Einheimische Wasser holten, stand zum Beispiel „Agua no tratada sanitariamente“, also nicht aufbereitetes Wasser. Mit so einem Schild ist die Quelle nicht als Trinkwasser gedacht.
Duschen, ohne dort zu übernachten. Wenn du frei stehst und mal wieder richtig duschen willst: Viele kostenpflichtige Camping- und Stellplätze lassen dich gegen eine kleine Gebühr duschen, auch ohne Übernachtung. Frag einfach an der Rezeption. Auf einem Stellplatz bei Granada kosteten fünf Minuten warmes Wasser 1 €, auf einem bei Salamanca kostete die Dusche 1 €, bezahlt per Karte.
Online ausgebucht? Per WhatsApp fragen. Auf den Websites stand bei uns oft „ausgebucht“, und per WhatsApp war dann trotzdem etwas frei, weil Gäste abspringen. Die Nummer steht meist bei Google Maps, schreib am Vortag oder am Morgen. Wir selbst haben beim Überwintern keinen einzigen Platz vorgebucht, sondern uns ein paar Tage vorher per WhatsApp angekündigt. Wie das in der Praxis aussieht, steht in unserem Test des Camper Park Alicante. Willst du einen bestimmten Platz sicher haben, reservier trotzdem früh, denn wer den ganzen Winter bleibt, bucht oft Monate im Voraus.
Geld, Notruf und Krankenversicherung in Spanien
Vier Punkte rund um Geld, Essen und Notfall. Die meisten davon klärst du am besten vor der Abfahrt.
Zweitkarte einpacken. Uns hat eine Bank im Ausland schon einmal die Karte gesperrt, und bis sie wieder freigeschaltet war, hat es gedauert. Seitdem haben wir immer mehrere Karten dabei. Eine davon ist die Karte der C24 Bank: Beim Smartkonto sind laut Angaben der Bank vier Abhebungen pro Kalendermonat mit der Mastercard kostenlos, auch im Ausland, und die Kontoführung kostet nichts. Der Betreiber des Geldautomaten kann trotzdem ein eigenes Entgelt verlangen. Dazu kommt die Visa-Karte von Trade Republic, die laut Anbieter keine zusätzlichen Gebühren für den Währungsumtausch berechnet, Abhebungen unter 100 € kosten dort 1 €. Eine zweite Karte hilft auch an den Automaten-Tankstellen, siehe Fehler 5.
Essen retten mit Too Good To Go. In Dänemark haben wir die App viel genutzt und gerade bei teuren Bäckereien Geld gespart. Auch in Spanien gibt es viele Angebote, zum Beispiel in Barcelona, wenn du den Camper auf dem Campingplatz lässt und mit dem Zug in die Stadt fährst. Wir achten darauf, dass Menge und Qualität in den Bewertungen gut wegkommen.
Notruf: 112. Bei einem Notfall musst du keine Nummer suchen. Die 112 ist laut EU-Kommission überall in der EU kostenlos erreichbar, für Polizei, Krankenwagen und Feuerwehr, also auch in Spanien.
Krankenversicherung vor der Abreise klären. Laut EU-Kommission gilt die Europäische Krankenversicherungskarte nur bei öffentlichen Anbietern. Behandlungen bei privaten Ärzten und Kliniken deckt sie nicht ab, dort zahlst du eventuell erst selbst und beantragst die Erstattung zu Hause. Auch den Rücktransport nach Deutschland deckt die Karte nicht, dafür brauchst du eine eigene Versicherung.
Wir selbst haben eine private Auslandskrankenversicherung. Gerade beim Überwintern, wenn du Wochen oder Monate im Land bist, lohnt sich vor der Abfahrt ein Anruf bei deiner Krankenkasse. Lass dir schriftlich geben, was sie in Spanien übernimmt.
Anreise durch Frankreich: Maut oder Landstraße?
Die eigentliche Kostenfrage entsteht nicht in Spanien, sondern auf dem Weg dorthin. Ein großer Teil des französischen Autobahnnetzes ist mautpflichtig, und für hohe oder schwere Wohnmobile wird es teuer, weil die Einordnung nach Gesamthöhe, zulässigem Gesamtgewicht und Achszahl erfolgt.
Für unsere Anreise an die Costa Brava haben wir mit unserem Peugeot Boxer rund 120 Euro französische Maut gezahlt. Hin sind wir an einem Tag komplett über die Autobahn gefahren, zurück in vier Tagen mautfrei über Land. Mautarm kommst du laut unserer Recherche für rund 25 Euro nach Spanien, das kostet dich aber rund vier bis sechs Stunden mehr Fahrzeit und deutlich mehr Kreisverkehre.
Für die Anreise:
- •Unser Reiseführer rät zum Kompromiss: nahe der Grenze und rund um Bordeaux die Autobahn, dazwischen die Landstraße
- •Bei Wohnmobilen über 3,5 Tonnen in Frankreich an die Pflichtaufkleber denken: drei Angles-Morts-Aufkleber für den toten Winkel (beide Seiten und Heck, 0,90 bis 1,50 Meter über dem Boden, sonst 135 Euro) und die Tempolimit-Scheiben 110, 100 und 80 unten links am Heck
- •Länger als 12 Meter? Dann brauchst du in Spanien die gelb-rote Warntafel am Heck
Die erste Nacht hinter der Grenze: Dafür musst du nicht weit nach Spanien hineinfahren. In La Jonquera standen auf dem großen Parkplatz am Einkaufszentrum bei uns sehr viele Wohnmobile über Nacht, Tankstellen und ein Supermarkt sind gleich nebenan. Ein ausgewiesener Stellplatz ist das nicht, nach unserem Eindruck wird das Übernachten dort geduldet. Wie das aussah, steht im Abschnitt La Jonquera unseres Costa-Brava-Berichts.
Wie sich die Anreise für uns im Detail angefühlt hat, steht in unserem Bericht zum ersten Eindruck an der Costa Brava.

Parken und Verkehrsregeln in Spanien
Beim Parken hilft in Spanien die Farbe der Bordsteinmarkierung. Das haben wir erst nach einer Woche kapiert.
| Linienfarbe | Bedeutung |
|---|---|
| Weiß | kostenlos, lokale Hinweise beachten |
| Blau | kostenpflichtig, Parkschein, zeitlich begrenzt |
| Grün | vorrangig für Anwohner, in einigen Städten dürfen Besucher gegen höhere Gebühr und mit Zeitlimit parken |
| Gelb | Parkverbot |
Die Bedeutung der Farben legen die Gemeinden fest, im Detail kann sie also abweichen. Parkgebühren kannst du in teilnehmenden Zonen mit der App EasyPark per Handy zahlen, dafür hinterlegst du Kennzeichen und Zahlungsmittel. Achte zusätzlich auf die Schilder R-308, die das Parken an geraden oder ungeraden Tagen untersagen.
Die Regeln, die für Wohnmobile wichtig sind:
- •Tempolimit unter 3,5 Tonnen: innerorts je nach Straßentyp 20, 30 oder 50, auf der Landstraße 90, auf Autovía und Autopista 120 km/h
- •Über 3,5 Tonnen: auf der Landstraße 80, auf Autovía und Autopista 90 km/h
- •Promillegrenze 0,5, für Fahranfänger in den ersten zwei Jahren 0,3
- •Pflicht an Bord: eine Warnweste und ein Absicherungsmittel. Ein Ersatzrad oder Reparaturset ist empfehlenswert, aber keine Mitführpflicht
- •Neu und wichtig: Seit dem 1. Januar 2026 dürfen in Spanien zugelassene Fahrzeuge nur noch die vernetzte Warnleuchte V-16 zum Absichern nutzen, Warndreiecke sind dort nicht mehr gültig. Für ein in Deutschland zugelassenes Wohnmobil gilt im internationalen Verkehr weiter das Warndreieck der Heimatzulassung. Wer länger in Spanien unterwegs ist, fährt mit einer V-16 trotzdem sicherer und unauffälliger
- •Ohne Wohnsitz in Spanien musst du ein Verkehrsbußgeld laut DGT sofort zahlen oder hinterlegen, bei sofortiger Zahlung gibt es 50 Prozent Nachlass
- •Heck-Fahrradträger dürfen Rücklicht, Blinker und Kennzeichen nicht verdecken
Was kostet Spanien mit dem Wohnmobil?
Spanien ist im Vergleich zu Skandinavien angenehm günstig, gerade beim Essen und beim Diesel. Hier sind unsere Richtwerte aus vier Monaten, beim Diesel der Landesschnitt vom 5. Oktober 2026:
| Posten | Typische Kosten |
|---|---|
| Diesel | rund 1,92 € pro Liter im Landesschnitt |
| Französische Maut auf der Anreise (unser Kastenwagen) | rund 120 €, mautarm laut unserer Recherche rund 25 € |
| Spanische Maut | rund 1.435 von 12.091 km mautpflichtig, AP-7 von der Grenze bis Alicante seit 2021 frei |
| Ver- und Entsorgung am Campingplatz | rund 3 bis 5 € |
| Caña oder Café con leche | 1,50 bis 2,50 € |
| Tapas-Portion | 3 bis 6 € |
| Glas Hauswein | 1,50 bis 3 € |
| Frisch gepresster Orangensaft | 2,50 bis 4 € |
Wer mautfrei fährt, an Discount-Tankstellen tankt und die kostenlosen Flächen nutzt, kommt in Spanien günstig durch. Für das Bezahlen unterwegs nutzen wir mehrere Karten, damit wir bei einer Sperrung nie ohne Geld sind, unseren Vergleich findest du bei den Kreditkarten für Camper.
Unsere Plätze in Spanien
In unserer Reisekarte haben wir viele kostenlose Wohnmobilstellplätze in Spanien markiert, dazu Waschsalons, Wasserstellen und Plätze zum Entsorgen, die meisten mit eigenen Fotos und ehrlichen Bewertungen.
Beste Reisezeit für Spanien mit dem Wohnmobil
Die Reisezeit entscheidet in Spanien mehr über den Urlaub als die Route. Grob gilt:
| Zeitraum | Passende Region |
|---|---|
| Frühling (April, Mai) | Andalusien, Valencia, Katalonien |
| Sommer | nur Nordspanien und die Pyrenäen |
| Herbst (September, Oktober) | Andalusien, Valencia, Katalonien |
| Winter | Costa de la Luz, Murcia, Almería |
Zum Überwintern eignet sich vor allem der Süden, laut unserem Reiseführer mit 15 bis 20 Grad am Tag. Nachts kann es trotzdem kalt werden, bei uns lief die Heizung jede Nacht, bei Außentemperaturen bis 0 Grad. Wichtig ist dabei der Blick aufs Wetter: Vor allem zwischen September und November kommt es an der Mittelmeerküste zu Starkregen und Sturzfluten, trockene Flussbetten füllen sich in Minuten. Steh dann nicht in Senken, exponiert auf Klippen oder auf unbefestigtem Boden, und fahr die Markise ein.
Wie sich Überwintern an der Costa Blanca anfühlt, haben wir in unserem Alicante-Guide beschrieben.
So planst du deine Spanien-Route
Wenn du zum ersten Mal nach Spanien fährst, würden wir es heute so aufziehen:
- •Anreise über Frankreich mit dem Maut-Kompromiss, erste Nacht kurz hinter der Grenze
- •Costa Brava als Einstieg, dann Richtung Süden über Valencia und die Costa Blanca
- •Bewusst einen Abzweig ins Landesinnere einplanen, etwa Richtung Kastilien
- •Andalusien als Kern der Reise, allen voran Granada mit der Alhambra, dazu Sevilla und Málaga
- •Wer Zeit hat, kommt über Nordspanien und Galicien zurück, dort ist es ruhiger als an der Küste
Rechne für eine sinnvolle Runde mindestens drei Wochen, besser vier. Sieben komplette Routenvorschläge mit Etappen, Kilometern, Fahrzeiten und der passenden Jahreszeit stehen mit der interaktiven Karte in unserem Reiseführer.
Deine Spanien-Route Schritt für Schritt
Du weißt jetzt, welche Fehler du vermeiden willst. Bleibt die Frage, wohin. Der Reiseführer enthält sieben komplette Routenvorschläge mit Etappen, Kilometern und bester Reisezeit, dazu die Regionen, die sich lohnen, wenn du nicht nur die Küste abfahren willst.

Deine Spanien-Route Schritt für Schritt
€29.99
- •✅ 7 fertige Routen für ganz Spanien
- •✅ Etappen, Kilometer & Fahrzeiten
- •✅ Beste Reisezeit pro Region
- •✅ Überwinterungs-Regionen im Detail
5 ANFÄNGERFEHLER SPANIEN Roadtrip! 🚐🇪🇸 Unsere Spanien CAMPING TIPPS für den Spanien Urlaub
In diesem Video fassen wir zusammen, was wir in vier Monaten in Spanien falsch gemacht haben: von der Fahrzeuggröße über die Maut bis zum Tanken, aus eigener Erfahrung.
Schau dir das Video an, wenn du unsere fünf Fehler in Bewegung hören willst. Alle geprüften Stellplätze, sieben komplette Routen und die Regularien für Spanien liegen in unserem Lehmann Vlogs Spanien-Reiseführer mit interaktiver Google-Maps-Karte.
Häufig gestellte Fragen
Was andere Leser interessiert
Trackiwi Rabattcode: 10% mit LEHMANNVLOGS (15.000 km Test)
Unser GPS-Tracker im Langzeittest, besonders sinnvoll rund um die spanischen Küsten.

ALB Filter Rabattcode: 5% sparen mit LEHMANNVLOGS
Gegen chloriges Leitungswasser in Spanien unser wichtigstes Ausstattungsteil.
Starlink Mini 12V im Wohnmobil: Einbau & Praxis-Test
Internet unterwegs, wenn du wie wir vom Camper aus arbeitest oder länger überwinterst.

Peugeot Boxer L3H2 Ausbau: Roomtour unter 10.000 Euro
Der Kastenwagen, mit dem wir vier Monate durch Spanien gefahren sind, komplett von innen.