Wildcampen in Dänemark: Regeln, Strafen und was erlaubt ist

Wildcampen ist in Dänemark verboten, im geparkten Camper ausruhen nicht. Strafen für Falschparken und Wildpinkeln, was der Leitfaden sagt, wo Shelter helfen.

Lara von Lehmann Vlogs vor dem weißen Kastenwagen am Wasser, Vorschaubild unseres Videos zum Freistehen in Dänemark

Wildcampen ist in Dänemark verboten. Mit dem Wohnmobil darfst du nicht in den Dünen, im Wald oder über Nacht am Strand stehen. Mit dem Zelt darfst du abseits von Plätzen nur in 275 staatlichen Wäldern eine Nacht bleiben. Erlaubt ist dagegen, auf öffentlichen Straßen und Parkplätzen zu parken, wo kein Schild es verbietet. In Städten darfst du dich laut amtlichem Leitfaden der dänischen Behörden von 2024 im geparkten Wohnmobil ausruhen, laut dänischem Wohnmobilverband darfst du auf öffentlichen Parkplätzen auch schlafen, solange draußen nichts aufgebaut wird. Parkst du dort, wo Parken verboten ist, kostet das für Fahrzeuge bis 3.500 kg 510 Kronen Parkabgabe. Wir (Mark und Lara von Lehmann Vlogs) waren rund 6 Wochen mit dem Wohnmobil in Dänemark, nur zweimal auf einem Campingplatz und hatten nie Probleme. Hier bekommst du die Regeln aus den Originalquellen, die Rømø-Regeln, die Strafen und die Shelterplätze als legale Alternative. Alle 150 Orte unserer Reise stehen mit Fotos und Bewertung im Lehmann Vlogs Dänemark-Reiseführer.

Ist Wildcampen in Dänemark erlaubt?

Nein. Mit dem Wohnmobil darfst du in Dänemark nicht in der freien Natur stehen, also nicht in den Dünen, im Wald, auf unbebauten Flächen und über Nacht auch nicht am Strand. Auch auf Autostränden wie auf Rømø, wo du fahren darfst, ist Übernachten nicht erlaubt. Das Naturschutzgesetz Naturbeskyttelsesloven gibt dir das Recht, die Natur zu Fuß und mit dem Fahrrad zu betreten. Mit einem Motorfahrzeug dort zu fahren oder zu stehen, erlaubt es nicht. Ein Jedermannsrecht wie in Schweden gibt es in Dänemark nicht.

Insider-Tipp:

ABER: Parken ist nicht Campen. Auf öffentlichen Straßen und Parkplätzen darfst du parken, wo kein Schild es verbietet, und das Straßenverkehrsgesetz begrenzt die Dauer nicht. Für Städte und städtische Gebiete schreibt der amtliche Leitfaden "Vejledningsnotat om autocampere" ausdrücklich, dass du dich in der Schlafkabine des Wohnmobils ausruhen darfst. Tisch, Stühle, Grill oder Vorzelt beim Parken aufzustellen, ist dagegen ohne Genehmigung der Wegebehörde nicht erlaubt.


Die wichtigsten Fakten auf einen Blick:

  • •Mit dem Fahrzeug in der Natur zu stehen, ist verboten
  • •Zelt abseits von Plätzen: In 275 staatlichen Wäldern darfst du eine Nacht bleiben, mit höchstens zwei Dreimannzelten
  • •Parken auf öffentlichen Straßen und Parkplätzen ohne Verbotsschild ist erlaubt, ohne gesetzliches Zeitlimit
  • •Im geparkten Wohnmobil ausruhen ist laut amtlichem Leitfaden in Städten erlaubt, der dänische Wohnmobilverband schreibt für öffentliche Straßen und Parkplätze ausdrücklich auch "schlafen"
  • •Tisch, Stühle, Grill oder Vorzelt beim Parken sind ohne Genehmigung der Wegebehörde nicht erlaubt
  • •Falsch geparkt: 510 Kronen Parkabgabe für Fahrzeuge bis 3.500 kg
  • •Rømø: kein Übernachten auf dem Strand und in den Dünen
  • •Legal in der Natur schlafen: mehr als 500 Shelter der staatlichen Naturbehörde, kostenlos, bis zu zwei Nächte

Der häufigste Irrtum:

Freistehen auf einem öffentlichen Parkplatz ist nicht dasselbe wie Wildcampen. Wer geparkt hat und im Fahrzeug schläft, ohne etwas auszuräumen, parkt. Wer Stühle aufstellt, die Markise ausfährt oder ein Vorzelt baut, campt, und das ist beim Parken ohne Genehmigung der Wegebehörde nicht erlaubt.

Strafen und Bußgelder für Wildcampen

Schild Camping forbudt in Dänemark mit durchgestrichenem Zelt, Wohnwagen und Wohnmobil

Eine feste Strafe fürs Wildcampen gibt es in Dänemark nicht. Das Naturschutzgesetz droht in § 89 eine Geldbuße an, wenn du dich anders in der Natur aufhältst als erlaubt, nennt aber keinen Betrag. Feste Euro-Beträge fürs Wildcampen, wie sie in manchen Ratgebern kursieren, stehen nicht im Gesetz.

Konkret wird es beim Parken. Stellst du dein Wohnmobil dort ab, wo Parken verboten ist, kostet das eine Parkabgabe (parkeringsafgift) von 510 Kronen, rund 68 Euro. Das gilt für Fahrzeuge bis 3.500 kg. Für Fahrzeuge über 3.500 kg nennt das dänische Bürgerportal borger.dk 2.040 Kronen.


Wildpinkeln kostet mehr als Falschparken:

Der Bußgeldkatalog der dänischen Staatsanwaltschaft (Rigsadvokatmeddelelsen) führt Urinieren in der Öffentlichkeit als unanständiges Verhalten nach der Ordnungsverordnung. Der Satz liegt bei 1.000 Kronen, rund 134 Euro. In Nachtlebenzonen zwischen 0 und 5 Uhr sind es seit dem 1. Juli 2025 doppelt so viel, also 2.000 Kronen. Für Camper heißt das: Toilette im Fahrzeug, öffentliche Toiletten oder die Toilette am Shelterplatz, nie der Busch neben dem Parkplatz.


Woran du ein Verbot erkennst:

  • •Das Schild auf dem Bild ist das wichtigste: "Camping forbudt" mit durchgestrichenem Zelt, Wohnwagen und Wohnmobil
  • •Manchmal sind es nur kleine runde Schilder, die man leicht übersieht
  • •Ein blaues P-Schild zeigt eine öffentliche Parkfläche. Fehlt es, stehst du womöglich auf Privatgrund
  • •Lokale Nachtparkverbote, etwa von 23 bis 7 Uhr, werden ebenfalls ausgeschildert
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Die offizielle Rechtslage: was der amtliche Leitfaden sagt

Zu Wohnmobilen in Dänemark kursieren viele halbrichtige Regeln. Es gibt aber ein amtliches Dokument, das genau das klärt: das Vejledningsnotat om autocampere vom 17. Juni 2024, gemeinsam herausgegeben von Miljøministeriet, Vejdirektoratet und Plan- og Landdistriktsstyrelsen. Entstanden ist es nach einer Anhörung im Folketing, in der die Unklarheit der Regeln ausdrücklich beklagt wurde.

Das Dokument hat 21 Seiten. Drei Punkte daraus solltest du kennen.


1. Die 24-Stunden-Regel gibt es nicht.

In deutschsprachigen Camper-Foren liest man oft, man dürfe in Dänemark 24 Stunden stehen, um die Fahrtüchtigkeit wiederherzustellen. Auch wir haben das in einem unserer Videos so gesagt. Der Leitfaden stellt auf Seite 6 fest, dass Rast weder im Campingreglement noch im Færdselsloven noch in der Wegegesetzgebung geregelt ist und deshalb keine rechtliche Bedeutung dafür hat, ob ein Aufenthalt als Parken oder als Campen gilt.

Die einzige Stelle, an der 24 Stunden auftauchen, ist eine Fußnote auf Seite 11 zu einem Einzelfall des Planklagenævnet, Fall 20/14110. Dort war die Aufenthaltsdauer nur einer von mehreren Faktoren, neben der Frage, ob Geld verlangt wurde und ob die Beschilderung Camping-Verhalten untersagte. Eine allgemeine Erlaubnis lässt sich daraus nicht ableiten.


2. Das Straßenverkehrsgesetz begrenzt die Parkdauer nicht.

Abschnitt 3.4.1 auf Seite 13 sagt es klar: Wenn ein Wohnmobil regelkonform und im Rahmen etwaiger lokaler Parkbeschränkungen abgestellt ist, gibt es im Færdselsloven nichts, was die Dauer begrenzt. Und es ist unerheblich, ob das am Straßenrand, auf einem Parkplatz, an einem Rastplatz, auf einem Hafengelände, an einem Museum oder auf einem Mitfahrerparkplatz passiert.

Kapitel 5 auf Seite 20 richtet sich direkt an Wohnmobil-Fahrer und formuliert es als Erlaubnis: In Städten und städtischen Gebieten darfst du auf allen Wegen fahren und parken, solange du die allgemeinen Regeln einhältst. Und wörtlich heißt es dort, dass es auch erlaubt ist, sich in der Schlafkabine des Wohnmobils auszuruhen.


3. Entscheidend ist dein Verhalten, nicht die Uhr.

Dieselbe Stelle nennt die Grenze: Tisch- und Bankgarnituren, Grill oder Vorzelte aufzustellen ist im Zusammenhang mit dem Parken nicht erlaubt, ohne vorher die Wegebehörde um Erlaubnis gefragt zu haben. Sobald das draußen steht, behandelt der Leitfaden den Aufenthalt als Camping.


Ist im Auto schlafen Wildcampen?

Nach dieser Linie nein, solange du regelkonform geparkt hast und nichts nach draußen stellst. Der Leitfaden spricht für Städte vom Ausruhen in der Schlafkabine. Der dänische Wohnmobilverband Dansk AutoCamper Forening zieht in seinem Artikel "Fup og fakta om autocamperes ophold i Danmark" dieselbe Linie und wird deutlicher: Du darfst auf öffentlichen Straßen und Parkplätzen parken, wo es nicht verboten ist, und darin ruhen, essen und schlafen, solange daraus kein echtes Camping wird.

Ein pauschales Recht, auf jedem Parkplatz zu übernachten, gibt es aber nicht. Gemeinden dürfen mit Zustimmung der Polizei lokale Parkverbote festlegen, etwa von 23 bis 7 Uhr, und begründen das laut Leitfaden auch mit Umweltaspekten und Rücksicht auf lokale Gewerbetreibende. Was am konkreten Platz gilt, sagt dir nur das Schild vor Ort.

Rømø: was beim Übernachten wirklich gilt

Weißer Kastenwagen von Lehmann Vlogs am Tag auf dem Autostrand von Rømø, dahinter die Dünen

Zu Rømø widersprechen sich die Angaben, auch in unseren eigenen älteren Videos. Die kurze Antwort vorweg: Auf dem Strand und in den Dünen darfst du nicht übernachten, und das war noch nie anders. Ein pauschales Übernachtungsverbot für die ganze Insel, das auch jeden Parkplatz einschließt, ist dagegen nicht belegt.

Sicher ist:

  • •Übernachten auf dem Strand, in den Dünen, in Heide und Plantage ist verboten. Grundlage ist das Naturbeskyttelsesloven, das in ganz Dänemark gilt
  • •Tagsüber auf den Strand fahren, parken, baden und essen ist erlaubt, genau das haben wir auf Rømø gemacht

Wo es unübersichtlich wird:

Auf Rømø hat Tønder Kommune laut dem dänischen Wohnmobilverband DFAC und der Regionalzeitung JydskeVestkysten Wohnmobilen per Zonenschild das Parken zwischen 0 und 6 Uhr verboten. Für mehrere Parkplätze hat die Polizei Syd- og Sønderjylland diese Schilder im November 2022 aber nicht mehr mitgetragen und ihre Zustimmung widerrufen. Dort mussten die Schilder weg, und ein Verstoß lässt sich seitdem nicht mehr ahnden. Die aktuelle Parkbekanntmachung der Kommune nennt weder Wohnmobile noch Rømø. Sie enthält die allgemeine Regel, dass Fahrzeuge über 3.500 kg zwischen 22 und 6 Uhr nicht auf Straßenflächen parken dürfen, sofern die Beschilderung nichts anderes sagt.


Für dich heißt das:

Verlass dich auf Rømø nicht auf eine Angabe aus einem Forum, sondern auf das Schild an der Zufahrt und am Parkplatz selbst. Steht dort ein Verbot, gilt es, und dann kostet ein Verstoß die übliche Parkabgabe. Steht keins, gilt die normale dänische Linie: Ausruhen im geschlossenen Fahrzeug ist Parken. Stühle, Tisch oder Markise draußen brauchen eine Genehmigung der Wegebehörde. Direkt auf dem Autostrand über Nacht zu stehen, kannst du vergessen.

Mehr zur Insel steht in unserem Rømø-Artikel, legale Alternativen an der Küste im Dänemark-Westküste-Guide.

Was ist erlaubt? Legale Alternativen

Auch wenn Wildcampen verboten ist, kommst du in Dänemark gut ohne Campingplatz durch. Wir waren auf unserer Reise nur zweimal auf einem Campingplatz, den Rest der Zeit standen wir frei. Diese Wege sind legal:


Die legalen Übernachtungs-Optionen in Dänemark:

  1. •Öffentliche Parkplätze ohne Verbotsschild: parken und im Fahrzeug ausruhen, ohne Camping-Aufbau
  2. •Shelterplätze der Naturbehörde: mehr als 500 staatliche Shelter, kostenlos, bis zu zwei Nächte. An vielen Plätzen gibt es eine Parkmöglichkeit, auf der das Schlafen im Wohnmobil ohne Camping-Aufbau bei uns geduldet wurde
  3. •Zelt abseits von Plätzen in 275 staatlichen Wäldern: eine Nacht, höchstens zwei Dreimannzelte (fri teltning)
  4. •Wohnmobilstellplätze: in unserem Video nennen wir für Stell- und Campingplätze 20 bis 30 Euro pro Nacht
  5. •Campingplätze: wir haben in Dänemark um die 30 Euro pro Nacht gezahlt

Beim Parken und Freistehen gilt:

  • •Kein Camping-Verhalten: Tisch, Stühle und Markise bleiben ohne Genehmigung der Wegebehörde drin
  • •Müll mitnehmen, auch auf kostenlosen Plätzen
  • •Grauwasser und Chemietoilette nicht am Platz leeren
  • •Rücksicht auf Anwohner, besonders an kleinen Parkplätzen

In unserer Reisekarte haben wir viele kostenlose Wohnmobilstellplätze markiert, mit unseren Fotos und dem Hinweis, wie es dort für uns war. Wie du in Dänemark ohne Kosten übernachtest, steht außerdem in unserem Artikel Wohnmobilstellplatz Dänemark kostenlos.

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Shelterplätze: die legale Nacht in der Natur

Waldparkplatz mit Picknickplatz auf Fünen in Dänemark von oben, Lehmann Vlogs

Shelter sind überdachte Holzunterstände in der Natur, in denen du mit Isomatte und Schlafsack übernachtest. Die staatliche Naturbehörde Naturstyrelsen betreibt mehr als 500 Shelter in den staatlichen Naturgebieten, rund zwei Drittel davon kann man vorab buchen. Dazu kommen Shelter anderer Betreiber, auf Rømø etwa vom örtlichen Lokalråd.


Laut Naturbehörde gilt:

  • •Die Plätze sind kostenlos, zum Übernachten und fürs Lagerfeuer
  • •Du darfst bis zu zwei Nächte am Stück bleiben
  • •Ein Teil lässt sich vorab buchen, der Rest funktioniert nach dem Prinzip "wer zuerst kommt"
  • •Manche Shelter kannst du drei Monate im Voraus buchen
  • •Eine Buchung gibt dir Vorrang für den Shelter selbst, nicht für den ganzen Platz
  • •Alle Shelter der Behörde findest du auf dem Portal udinaturen.dk

Wie wir Shelterplätze mit dem Wohnmobil genutzt haben:

An vielen Shelterplätzen gibt es eine Parkmöglichkeit. Dort haben wir das Wohnmobil abgestellt und im Fahrzeug geschlafen. Die Dänen, die in den Sheltern übernachtet haben, hatten damit kein Problem, im Gegenteil: Sie waren neugierig, woher wir kommen, und haben uns mehrfach zum Grillen eingeladen.

Auf einem Shelterplatz sind wir zwei Tage geblieben. Dort ließ sich ein Shelter über einen QR-Code buchen, ein anderer war frei nach dem Prinzip "wer zuerst kommt". Auf den Plätzen, die wir gesehen haben, lag Feuerholz bereit, teils sogar Streichhölzer und Anzünder.


Welche Shelterplätze wir mit dem Wohnmobil angefahren haben und wo wir dort geschlafen haben, zeigen wir mit Fotos und Bewertung im Dänemark-Reiseführer. In unserer Reisekarte haben wir viele kostenlose Wohnmobilstellplätze markiert.

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Strand-Parkplätze an der Westküste

Sonnenuntergang am Strand der dänischen Westküste, Blick von der Steinkante aufs Meer

Die Westküste ist das Revier der Autostrände. Auf Rømø und am Vejers Strand darfst du tagsüber mit dem Fahrzeug auf den Sand, über Nacht ist der Strand tabu.

Hinter den Dünen liegen Parkplätze, und dort entscheidet das Schild. Rund um Vejers ist viel Militärgebiet, und die offiziellen Parkplätze, die wir dort gesehen haben, hatten Campingverbotsschilder. Einen Platz für die Nacht zu finden, ist dort schwieriger. Weiter nördlich hatten wir Plätze in Strandnähe, an denen wir ein paar Tage gestanden haben, nur einen Katzensprung vom Wasser.


Was an Strand-Parkplätzen gilt:

  • •Das Fahrzeug bleibt auf ausgewiesenen Parkflächen, nie in den Dünen
  • •Kein Camping-Aufbau ohne Genehmigung der Wegebehörde
  • •Hunde gehören vom 1. April bis 30. September am Strand an die Leine
  • •Hängt am Parkplatz ein "Camping forbudt"-Schild, suchen wir uns für die Nacht einen anderen Platz

Wie es in Vejers konkret aussieht, steht in unserem Vejers-Artikel. Die ganze Küste von Rømø bis Hvide Sande findest du im Westküste-Guide.

Wohnmobil-Stellplätze in Städten

In Städten suchen wir uns einen ausgewiesenen Wohnmobilstellplatz oder einen Parkplatz, auf dem das Schild Wohnmobile ausdrücklich zulässt. Dann ist klar, wo du stehen darfst, und du kommst zu Fuß ins Zentrum.

In Ribe standen wir auf einem Parkplatz rund 500 Meter von der Innenstadt, auf dem laut unserer Notiz 48 Stunden Parken erlaubt ist, Campen nicht. Er war voll und eng, teils mit rund einem Meter Abstand zum Nachbarn. Für eine Nacht, um die Stadt zu erkunden, hat uns das nicht gestört. Mehr dazu in unserem Ribe-Artikel.


Worauf du in Städten achten solltest:

  • •Gemeinden dürfen mit Zustimmung der Polizei Nachtparkverbote festlegen, das Schild an der Zufahrt gilt
  • •Auf mehreren Parkplätzen, die wir markiert haben, war Übernachten verboten und die Parkzeit auf vier oder sechs Stunden begrenzt
  • •Für die Hauptstadt haben wir einen eigenen Kopenhagen-Reiseführer
  • •Wie es in Skagen aussieht, steht in unserem Skagen-Artikel

Gibt es in Dänemark ein Jedermannsrecht?

Kurze Antwort: nein, jedenfalls nicht in der Form, die man aus Schweden kennt. Das schwedische allemansrätten erlaubt es, mit dem Zelt in der Natur zu übernachten. Für Fahrzeuge gilt es auch in Schweden nicht. Ein Gegenstück fürs Zelt hat Dänemark in den 275 staatlichen Wäldern mit fri teltning.

Was Dänemark stattdessen hat, ist ein Zugangsrecht, und das ist etwas anderes als ein Übernachtungsrecht.


Die Rechtsgrundlage

Geregelt ist der Zugang zur Natur im Naturbeskyttelsesloven, konkret in Kapitel 4, ergänzt durch die Adgangsbekendtgørelse. Beide geben der Öffentlichkeit ein Recht, Strände, Wälder, unkultivierte Flächen und Dünen zu Fuß und mit dem Fahrrad zu betreten.

Was sie nicht geben: das Recht, dort mit einem Motorfahrzeug zu fahren oder zu stehen. Das braucht immer die Erlaubnis des Eigentümers. Genau daraus folgt, dass Wildcampen mit dem Wohnmobil am Strand, in den Dünen oder im Wald nicht erlaubt ist, und zwar unabhängig von den Parkregeln, die auf Straßen und Parkplätzen gelten.


Warum diese Unterscheidung praktisch wichtig ist

Es sind zwei getrennte Rechtsgebiete, und wer sie vermischt, zieht die falschen Schlüsse:

  • •Auf Straßen und Parkplätzen gilt das Færdselsloven. Dort darfst du parken und dich im Fahrzeug ausruhen, wo es nicht verboten ist, ohne festes Stundenlimit
  • •In der freien Natur gilt das Naturbeskyttelsesloven. Dort darfst du zu Fuß hin, aber nicht mit dem Fahrzeug stehen bleiben

Das ist der Grund, warum du in Dänemark einerseits ganz legal an einem Hafen übernachten kannst und andererseits Ärger riskierst, wenn du dieselbe Nacht ein Stück weiter in den Dünen verbringst.

Wer trotzdem in der Natur schlafen will, nutzt die Shelter und die einfachen Übernachtungsplätze der Naturbehörde, beides kostenlos. Mehr dazu weiter oben.

Dänemark vs. Schweden: Jedermannsrecht

Dänemark
Schweden
Wohnmobil in der Natur abstellenVerboten (Naturbeskyttelsesloven)Verboten, Motorfahrzeuge gehören nicht zum Jedermannsrecht
Zelt in der NaturNur in 275 staatlichen Wäldern, eine NachtJedermannsrecht, Faustregel ein Tag
StrafeGeldbuße ohne festen Betrag, Falschparken bis 3.500 kg 510 KronenFahren im Gelände: Geldstrafe ohne festen Betrag
Übernachten auf ParkplätzenKein gesetzliches Zeitlimit, lokale Schilder entscheidenRastplatz werktags in der Regel höchstens 24 Stunden, am Wochenende bis zum nächsten Werktag

Tipp: Scrolle horizontal, um alle Spalten zu sehen

Aus rund 6 Wochen mit dem Wohnmobil in Dänemark haben wir die Tipps zusammengestellt, mit denen du legal übernachtest und trotzdem schöne Orte mitnimmst.

  • •Auf das blaue P-Schild achten: Es zeigt eine öffentliche Parkfläche. Ohne P-Schild stehst du womöglich auf Privatgrund
  • •Kleine Schilder ernst nehmen: "Camping forbudt" steht manchmal nur auf kleinen runden Schildern
  • •Alles bleibt drin: Ohne Genehmigung der Wegebehörde packst du Stühle, Tisch und Markise erst auf dem Campingplatz aus
  • •Sauber entsorgen: Grauwasser und Chemietoilette nie am Platz leeren
  • •Hund an die Leine: am Strand vom 1. April bis 30. September, im Wald immer
  • •Shelter vorab suchen: auf udinaturen.dk, manche lassen sich laut Naturbehörde drei Monate im Voraus buchen
  • •Rømø und Vejers als Tagesziel: für die Nacht runter vom Strand
  • •Müll mitnehmen: auch auf kostenlosen Plätzen

Wer das erste Mal nach Dänemark fährt, sollte zusätzlich unsere Dänemark-Anfängerfehler & Camping-Tipps lesen. Was 6 Wochen Dänemark mit dem Wohnmobil kosten, steht in unserem Dänemark-Kosten-Roadtrip-Bericht. Und welche Regeln sonst neu sind, von der Umweltzone bis zu den Hunderegeln, steht in Dänemark: neue Gesetze für Camper.

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Im Video stehen wir zwei Tage auf einem Shelterplatz in der Natur und zeigen, wie die Shelter aussehen und funktionieren.

Freistehen in Dänemark aus unserer eigenen Reise: Shelterplätze, Wasser auffüllen und Alltag im Camper. Alle Orte mit Fotos und Bewertung findest du im Lehmann Vlogs Dänemark-Reiseführer.

Häufig gestellte Fragen