Unsere Hinfahrt von Deutschland nach Spanien über die Autobahn hat rund 120 Euro Maut gekostet und einen Tag gedauert. Die Rückfahrt mautfrei durch Frankreich hat 0 Euro gekostet und vier Tage gedauert, war dafür aber die landschaftlich schönere Strecke. Mautfrei spart unterm Strich weniger, als viele denken, denn du fährst 5 bis 6 Stunden länger, durch rund 70 Kreisverkehre und mit mehr Diesel. Der beste Kompromiss ist eine mautarme Route. Wir von Lehmann Vlogs sind für vier Monate nach Spanien gereist, alle unsere Stellplätze findest du im Spanien-Reiseführer. Die allgemeinen Tipps für die Reise stehen in unseren 5 Anfängerfehlern für Spanien, hier geht es nur um die Anreise und die Maut.
120 Euro oder 0 Euro: unsere Erfahrung
Wir sind dieselbe Strecke in derselben Saison einmal über die Autobahn und einmal mautfrei gefahren, mit demselben Camper, einem Peugeot Boxer L3H2 (sechs Meter lang, unter drei Meter hoch).
- •Hinfahrt über die Autobahn: rund 120 Euro Maut, ein Tag. Schnell und gerade durch.
- •Rückfahrt mautfrei: 0 Euro, vier Tage. Durch kleine Dörfer und Städte, landschaftlich deutlich schöner, dafür brauchst du mehr Zeit.
Wichtig zur Einordnung: Die 120 Euro sind der Betrag, den wir in unserer Fahrzeugklasse gezahlt haben. Was es bei dir kostet, hängt von Startpunkt und Route ab. Zur groben Orientierung: Allein die Autobahn von Lyon bis zur spanischen Grenze kostet laut Vinci-Tarif in Klasse 2 rund 86 Euro, von Montpellier bis zur Grenze rund 35 Euro. Rechne dir deine Strecke vorher auf den Betreiberseiten aus.
Die französischen Mautklassen: wo dein Camper eingestuft wird
Wichtig und oft unterschätzt: Frankreich staffelt die Maut nicht nur nach Gewicht, sondern vor allem nach der Höhe des Fahrzeugs. Laut Betreiber hängt die Klasse von Höhe, Gewicht und Achszahl ab.
| Klasse | Fahrzeug |
|---|---|
| Klasse 1 | PKW und Camper bis 2 m Höhe, bis 3,5 t |
| Klasse 2 | über 2 m und unter 3 m Höhe, bis 3,5 t |
| Klasse 3 | ab 3 m Höhe oder über 3,5 t |
Für die meisten Wohnmobile unter 3,5 Tonnen entscheidet damit die Höhe. Unser Camper ist unter drei Meter hoch und fährt deshalb in Klasse 2, laut Betreiber die Klasse der meisten Wohnmobile. Ab drei Meter Höhe oder über 3,5 Tonnen wird es Klasse 3 und spürbar teurer. Eine Dachbox oder Fahrräder auf dem Dach ändern die Klasse laut Betreiber nicht.
Alle 246 markierten Orte in Spanien
Der Blog zeigt dir die Anreise. Wo du unterwegs und in Spanien stehst, wo du die Nacht verbringst und welche Plätze wir nicht empfehlen, steht im Lehmann Vlogs Spanien-Reiseführer mit interaktiver Google-Maps-Karte, online und offline nutzbar.

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Die mautarme Route: wann Autobahn, wann Landstraße

Unsere eigene Rückfahrt war komplett mautfrei, also 0 Euro, die Brücke von Millau haben wir dabei ausgelassen. Im Rückblick würden wir sie aber bezahlen, denn der Umweg durchs Tal kostet mehr an Zeit und Bremsen, als die Brücke kostet. Deshalb empfehlen wir statt komplett mautfrei eine mautarme Route: Autobahn dort, wo sie wirklich Zeit spart, Landstraße dort, wo der Umweg klein ist.
So sieht unser Weg grob aus, von Norden kommend:
- •Bis Nancy ist die Autobahn gebührenfrei.
- •Ab Nancy lohnt ein Stück Landstraße, das parallel zur Autobahn verläuft.
- •Zwischen Dijon und Beaune lieber die Autobahn nehmen, die Landstraße ist dort dicht besiedelt und ampelreich.
- •Ab Clermont-Ferrand geht es über die A75 fast mautfrei bis ans Mittelmeer, das ist auch die schönste Strecke.
- •Die einzige Maut auf der A75 ist die Brücke von Millau: laut Betreiber 17 Euro in Klasse 2, im Sommer (15. Juni bis 15. September) 20,70 Euro. Durchs Tal ausweichen kostet über eine Stunde und viel Bremsverschleiß, wir würden die Brücke nehmen.
- •Ab Montpellier ist die Strecke bis zur spanischen Grenze wieder mautpflichtig.
Lohnt sich mautfrei wirklich?
Rein beim Geld lohnt sich die komplett mautfreie Strecke oft nicht so stark, wie man denkt. Du sparst zwar die Maut, zahlst aber mit Zeit, Diesel und Verschleiß. So sieht der Vergleich aus unserer Fahrt aus:
| Autobahn | Mautfrei | |
|---|---|---|
| Maut, Klasse 2 | ~120 € | 0 € |
| Fahrzeit | kürzer | 5-6 h mehr |
| Strecke | gerade | ~70 Kreisel |
| Diesel | normal | mehr |
| Landschaft | okay | schöner |
Unser Fazit: Wenn du es eilig hast, nimm die Autobahn. Wenn du Zeit hast und Frankreich sehen willst, fahr mautarm. Unsere vier Tage auf der Rückfahrt kamen durch die vielen Zwischenstopps zustande, die reine Mehrfahrzeit gegenüber der Autobahn sind die genannten 5 bis 6 Stunden. Die rund 70 Kreisverkehre haben uns kaum gestört, weil wir die Zeit hatten.
Deine Stellplätze auf der Anreise
In unserer Reisekarte haben wir viele kostenlose Wohnmobilstellplätze markiert, dazu die Plätze, auf denen wir auf der Reise selbst standen, mit eigenen Fotos und ehrlicher Bewertung.

Warum über 1000+ Camper uns vertrauen

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Und in Spanien: wo zahlst du noch Maut?
Gute Nachricht für die Ostküste: Spanien hat in den letzten Jahren viele Autobahnen mautfrei gemacht. Die wichtige AP-7 entlang der Mittelmeerküste von der französischen Grenze bis hinunter nach Alicante ist heute kostenlos, ebenso die AP-2 Richtung Zaragoza und die AP-4 von Sevilla nach Cádiz.
Es gibt aber noch mautpflichtige Abschnitte, zum Beispiel die AP-7 südlich von Alicante Richtung Cartagena, den Abschnitt Málaga bis Guadiaro an der Costa del Sol sowie einige Strecken rund um Madrid und im Baskenland. Welche Abschnitte aktuell frei sind, prüfst du am besten kurz vor der Reise, der Stand ändert sich.
Flux libre, Crit'Air und sicher übernachten
Drei Punkte zur Anreise, die leicht untergehen:
Free-Flow-Maut (péage en flux libre): Auf einzelnen französischen Autobahnen wie der A79 gibt es keine Schranken mehr, dein Kennzeichen wird erfasst. Ohne Mautbox musst du dann innerhalb von 72 Stunden online beim Betreiber bezahlen, sonst wird eine Strafgebühr fällig. Das wird leicht übersehen und kann teuer werden.
Crit'Air-Plakette: Für die Umweltzonen in französischen Städten brauchst du eine Crit'Air-Vignette. Für ausländische Fahrzeuge geht die Bestellung nur online über die offizielle Seite certificat-air.gouv.fr, sie kostet rund 5 Euro und kommt per Post, die Lieferung dauert rund zehn Werktage. Bestell sie also vor der Reise, nicht erst unterwegs.
Sicher übernachten: Für die Zwischenübernachtung würden wir nicht auf Autobahnraststätten halten, vor allem nicht im Süden Richtung Mittelmeer. Wenn es zu Einbrüchen kommt, passiert das häufiger auf Raststätten, weil die Täter schnell wieder über die Autobahn verschwinden. Nimm lieber die Ausfahrt und schau, ob es im Ort einen Gemeinde-Stellplatz gibt, das gibt es in Frankreich sehr oft.
Unser Fazit zur Anreise nach Spanien
Egal ob Autobahn oder mautfrei: Plane die Übernachtungen gut und fahr nicht übermüdet durch. Unsere Etappenplätze auf dem Weg nach Spanien und alle Orte im Land liegen im Spanien-Reiseführer.
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Wenn du nach der Anreise direkt losfahren willst: Im Spanien-Reiseführer liegen fertige Routen mit Etappen, Tagesplänen und den Plätzen, auf denen wir selbst standen, von der Costa Brava bis Andalusien.

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